See in Bolivien Der Poopó ist weg

Einst bedeckte er 3000 Quadratkilometer - jetzt ist fast nichts mehr übrig: Der vormals zweitgrößte See Boliviens, der Lago Poopó, ist ausgetrocknet.
Bildvergleich: Lago Poopó im April 2013 (links) und im Januar 2016 (rechts)

Bildvergleich: Lago Poopó im April 2013 (links) und im Januar 2016 (rechts)

Foto: Jesse Allen/ dpa

Das Todesurteil ist gesprochen: "Seit 30 Jahren gibt es einen Prozess der Austrocknung, die nun ihren Höhepunkt gefunden hat", sagt der Landeschef des Umweltnetzwerks "Red Latinoamericana Ambiental", Raúl Pérez Albrecht. Der einst zweitgrößte See Boliviens, der Lago Poopó, sei praktisch komplett ausgetrocknet.

Hauptursache scheint die Wasserentnahme aus dem Zufluss zu sein: Der Rio Desaguadero vom berühmten Titicacasee, dem größten See Südamerikas, ist die wichtigste Wasserzufuhr. Bei der Ortschaft Eucaliptus ist er noch ein gewaltiger rotfarbener Strom. Doch er wird schnell schmaler: Silber- und Erzminen entlang des Flusses zweigen viel Wasser ab.

Auch Bauern entziehen dem Rio Desaguadero über selbst gebaute Kanäle große Mengen Wasser. Es falle immer weniger Regen, berichten sie. Für ihre Kanäle bräuchten sie keine Genehmigung.

Gibt es Hoffnung?

Ursache für die Austrocknung des Sees sei auch das veränderte Klima, sagt Raúl Pérez Albrecht: Die Temperatur sei rund um den auf 3700 Meter Höhe gelegenen See im Südwesten Boliviens seit 1982 um 1,8 Grad gestiegen. Die Niederschlagsmengen hätten sich drastisch reduziert.

Satellitenbilder zeigen, dass von der einst knapp 3000 Quadratkilometer großen Wasserfläche fast nichts mehr übrig ist. "Allerdings wurde der Prozess auch dadurch beschleunigt, dass der See immer schon eine sehr geringe Wassertiefe hatte", so Albrecht. Auf dem trockenen Grund des Sees liegen Dutzende Boote der Fischer, die ihre Arbeit und ihre Ernährungsgrundlage verloren haben.

Früher gab es Tausende Flamingos im See. Kommen sie zurück? "Wenn wir Glück haben, können wir vielleicht noch ein Drittel des Lago Poopó retten", sagte Umweltexperte Albrecht. Dafür müsse es mehr regnen und der Rio Desaguadero mit mehr Wasser in den See einfließen. "Er ist der Schlüssel, um einen Teil des Sees zurückzugewinnen."

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boj/dpa
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