"Lebendes Fossil" Taucher stoßen auf prähistorischen Fisch

Lange Zeit galten sie als ausgestorben, dann als äußerst selten. Jetzt wurde im Indischen Ozean offensichtlich eine ganze Kolonie von Meeresquastenflossern entdeckt.


Johannesburg - Südafrikanische Taucher haben vor der Küste Kwazulu/Natals äußerst seltene, urtümliche Fische gesichtet. Die prähistorischen Tiere mit einer Evolutionsgeschichte, die mehr als 360 Millionen Jahre zurückreicht, leben offensichtlich in einer großen Kolonie in rund hundert Meter Tiefe.

Urzeitlicher Fund: Nur zwölf Minuten mussten Taucher suchen, um vor Südafrika auf Quastenflosser zu stoßen
REUTERS

Urzeitlicher Fund: Nur zwölf Minuten mussten Taucher suchen, um vor Südafrika auf Quastenflosser zu stoßen

Tourismus- und Umweltminister Valli Moosa ordnete sofort Schutzmaßnahmen an, um zu verhindern, dass Neugierige sich auf die Suche nach den Meeresquastenflossern (Coelacanthes) machen, die auch als "lebende Fossilien" bezeichnet werden.

Die Ursprünge der Quastenflosser gehen mehr als 360 Millionen Jahren zurück, als die Spezies weltweit in Seen und Flüssen vorkam. Der Fisch aus längst vergessener Zeit galt lange als ausgestorben, ehe im Jahre 1938 vor der Ostküste Südafrikas einem Fischer ein Exemplar ins Netz ging. Erst 1952 wurde in der Nähe der Komoreninsel Anjouan wieder ein Quastenflosser gefangen und später wurden andere beobachtet. Auch in indonesischen Gewässern wurden einige der urweltlichen Fische aufgespürt.

Vor der Küste Kwazulu/Natals sahen die Taucher bei zwei Tauchgängen in rund hundert Meter Tiefe insgesamt sechs Quastenflosser. Die hellblauen Fische waren zwischen einem und 1,8 Metern lang. Die Taucher vermuten, dass sie auf eine ganze Kolonie der Quastenflosser gestoßen sind. Beim zweiten Tauchgang filmten und fotografierten sie die urtümlichen Fische.



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