Zwischenlager in Niedersachsen Etwa 440 Atommüllfässer bereiten Probleme

Laut einer unveröffentlichten Studie des Umweltministeriums in Niedersachsen gibt es im Atommülllager in Leese weit mehr Problemfässer als bekannt. 442 schwach radioaktive Behälter müssen nachbehandelt werden.
Atommüllfässer (Symbolbild)

Atommüllfässer (Symbolbild)

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In einem Zwischenlager für schwach radioaktiven Atommüll im niedersächsischen Leese (Landkreis Nienburg) stehen Hunderte Fässer, die intensiv nachbehandelt werden müssen. 442 Fässer müssten auf Feuchtigkeitsbildung überprüft werden, sagte Landesumweltminister Olaf Lies (SPD).

Der NDR hatte zuvor berichtet , einige der Fässer müssten getrocknet, bei anderen hochgiftige Stoffe neu umschlossen werden. Der Sender bezog sich auf eine bisher unveröffentlichte Studie im Auftrag des Ministeriums, die dem Ministerium angeblich schon mehr als ein Jahr vorliegt. Das Umweltministerium hatte den Angaben zufolge dem Landtag gegenüber bisher nur sieben problematische Atommüllfässer eingeräumt.

Nach Angaben von Lies sind 13 Fässer bekannt, an deren Oberfläche sich Rost gebildet hat. Bei diesen habe sich Feuchtigkeit im Inneren der Fässer gebildet, sagte Lies. Die Fässer müssten vor dem Transport in extra Behälter gelegt werden.

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Der Betreiber des Zwischenlagers, die Firma Eckert & Ziegler, wollte "grundsätzlich keine Spekulationen von dritter Seite in anderen Medien kommentieren", sagte ein Sprecher der Deutschen Presseagentur.

In Leese wird seit Jahren schwachradioaktiver Müll, der dem Bundesland gehört, gelagert. Es handelt sich dabei um medizinische Abfälle etwa aus Röntgenpraxen oder aus der Krebstherapie. Laut NDR lagern in Leese 1484 Fässer.

Dem Bericht zufolge können beschädigte Fässer in Leese nicht bearbeitet werden, weil die Behälter in der Lagerhalle sehr eng stehen. Um sie umzufüllen, wird laut Lies gerade eine Firma gesucht.

kry/dpa
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