Evolution Je kühler das Klima, desto dunkler die Libellen

Libellen passen ihre Farbe der Umgebungstemperatur an: In sonnenreichen Regionen sind sie heller, in sonnenarmen dunkler - umgekehrt verhält es sich beim Menschen.
Libelle (Archivbild): Färbung beeinflusst Wärmeaufnahme

Libelle (Archivbild): Färbung beeinflusst Wärmeaufnahme

Foto: DPA/ Randolf Manderbach

Marburg - Schmetterlinge und Libellen schwirren in Gärten und am Wasser umher. Manche sind dunkler, andere heller. Forscher haben jetzt herausgefunden: Die Farbe dieser Insekten hängt auch damit zusammen, ob sie in warmen Gegenden leben oder in kühleren.

473 europäische Schmetterlings- und Libellenarten untersuchten die Wissenschaftler von der Universität Marburg. Dabei stellte sich heraus: Dunkel gefärbte Libellen und Schmetterlinge leben eher im Norden, wo die Temperaturen kühler sind. Hell gefärbte Insekten dagegen kommen eher im Süden vor, wo es wärmer ist. Die Daten von Großlibellen aus den Jahren von 1988 bis 2006 zeigten auch einen möglichen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Steigende Temperaturen, so die Beobachtung der Forscher, könnten heller gefärbte Insekten bevorzugen.

Helle Hautfarbe für mehr Vitamin D

Warum das so ist? Das erklären die Forscher wie folgt: Dunkle Farben nehmen Wärme besser auf als helle. Für die dunklen Insekten, die an kühleren Orten leben, ist das wichtig. Sie können so besser aufheizen. Und helle Insekten schützen sich mit ihrem Aussehen davor, zu überhitzen, berichten die Wissenschaftler im Journal "Nature Communications" .

Bei der Hautfarbe des Menschen ist der Zusammenhang übrigens genau umgekehrt: Je intensiver das Sonnenlicht, desto dunkler die Hautfarbe. Nordeuropäer haben eine sehr helle Haut, in Afrika ist sie sehr dunkel.

Das erscheint zunächst unlogisch, aber es gibt auch dafür eine plausible Erklärung: Helle Haut unterstützt die Bildung von Vitamin D, einem molekularen Knochenstabilisator, der mittels Sonnenlicht in der Haut entsteht. In Gegenden mit geringer UV-Strahlung wie unseren nördlichen Breiten ist dies von großer Bedeutung und trug wahrscheinlich zur Verbreitung heller Hauttypen bei. In wärmeren Regionen schützen hingegen mehr Pigmente die Haut, Vitamin D wird aufgrund der erhöhten UV-Strahlung trotzdem genug gebildet.

Hässliches Entlein, schöner Schwan
hda/dpa
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