Warnung vor Mährobotern Igel haben keine Chance

Wenn Igel Gefahr wittern, fliehen sie nicht, sondern igeln sich ein. Mähroboter werden den Tieren deshalb leicht zum Verhängnis.
Eingeigelt

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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

Mähroboter sind zunächst einmal praktisch. Sie übernehmen das von manchem Gartenbesitzer als lästig empfundene Mähen, schnurren nahezu geräuschlos über den Rasen und halten ihn stets gepflegt.

Doch Naturschützer warnen, dass die Geräte eine Gefahr für die Tierwelt darstellen. Ein Problem sei vor allem, dass viele Gartenbesitzer die Mähroboter nachts laufen ließen, was dann nachtaktive Tiere gefährde, berichtet der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV).

"Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet", berichtete die LBV-Projektbeauftragte Martina Gehret in einer Mitteilung. Parallel zu den steigenden Verkäufen von Mährobotern in Deutschland würden immer mehr verletzte Tiere bei Igelstationen abgegeben. Auch Amphibien, Insekten, Spinnen und kleine Säugetiere könnten den leisen Mähern zum Opfer fallen. Und wenn die Geräte ständig den Rasen kurz halten, haben auch viele Blütenpflanzen keine Möglichkeit, sich zu entwickeln.

Sicherheit bemängelt

Stiftung Warentest hatte 2014 bei einem Mähroboter-Test die Sicherheit der Geräte bemängelt. Keines der überprüften Geräte war in diesem Bereich besser als befriedigend, hieß es . Eine reagierte demnach so spät auf Hindernisse, dass er sogar ein Stück am Bein eines Kindes hochfahren und den Fuß verletzen könnte. Ein Igel wäre da längst niedergemäht.

Die Hersteller wiesen in ihren Betriebsanleitungen zwar ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät zum Schutz von Kindern und Haustieren nicht unbeaufsichtigt eingesetzt werden dürfe - weder am Tag noch nachts. Dennoch ließen viele Gartenbesitzer die Roboter nachts arbeiten, schreibt der LBV.

Da mit den Mährobotern auch Insekten getötet und damit den Igeln die Nahrungsgrundlage entzogen werde, müssten die Tiere auch noch einen weiteren Weg bei der Nahrungssuche zurückzulegen, betont der LBV und mahnt: "Mähroboter machen das Leben vielleicht kurzzeitig bequemer, doch die Artenvielfalt hat in Robotergärten keine Chance mehr."

wbr/dpa
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