Satellitenbild der Woche Schatz im rosa Salzsee

Der Magadisee in Kenia erscheint aus dem All in rötlicher Farbe, zeigt ein Satellitenbild. Grund dafür sind gewaltige Salzmengen, die dem Wasser zu einem seltenen Schatz verhelfen.


Copernicus Sentinel data/ ESA

Es gibt Lebensräume, bei denen man schwer glauben kann, dass sie überhaupt als solche in Frage kommen. In diese Kategorie fallen auch der Natronsee in Tansania und der benachbarte Magadisee in Kenia. Ihre Salzgehalte sind extrem hoch - und doch beherbergen die Seenlandschaften eine erstaunliche Artenvielfalt.

Der Erdbeobachtungssatellit "Copernicus Sentinel-2" der Europäischen Weltraumbehörde Esa hat die Seen am 3. Februar 2019 aus dem All fotografiert. Veröffentlicht wurde die Aufnahme erst jetzt.

Der Natronsee unten im Bild ist 60 Kilometer lang und erscheint in der Aufnahme recht dunkel. Doch der Eindruck täuscht: Häufig strahlt der See, ähnlich wie der nordöstlich gelegene Magadisee (ebenfalls im Bild zu erkennen), in hellem Rosa oder Rot. Verantwortlich dafür sind Milliarden Mikroorganismen, die sich von den Salzen in den Gewässern ernähren.

Tierkadaver werden vom Salz konserviert

Im Wasser des Natronsees haben sich zudem verschiedene Buntbarscharten angesiedelt. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig und können daher auch in Wasser mit extremem Salzgehalt leben. Zur Einordnung: Der pH-Wert des Sees liegt, je nachdem, wie hoch das Wasser steht, bei 9 bis 10,5. Eine neutrale Flüssigkeit hat einen pH-Wert von 7, der See ist also stark alkalisch. Anders ausgedrückt: Das Wasser ist so salzig, dass Tierkadaver darin konserviert werden.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Während im Salzwasser des Sees, abgesehen von den Buntbarschen, nur wenige höhere Tierarten leben, haben sich im umliegenden Marschland mehrere Millionen Flamingos angesiedelt. Die Vögel ernähren sich von den roten Mikroorganismen im See und erhalten durch diese Ernährung ihre rosa Gefiederfarbe. Auch das Umland des nahe liegenden Magadisee beherbergt zahlreiche Flamingos. Zudem leben auf dem salzigen Untergrund Gänse, Pelikane, Reiher und Schreiseeadler.

Der Salzgehalt des Magadisees ist so hoch, dass sich das Material stellenweise 40 Meter dick abgelagert hat. In seinem Wasser bildet sich aufgrund der Sättigung mit Salz zudem das seltene Mineral Trona. Es wird aus dem See gewonnen und genutzt, um Glas herzustellen, Textilien einzufärben oder Papier zu produzieren.

Südöstlich des Natronsees ist der Vulkan Gelai im Bild zu erkennen. Er ist 2942 Meter hoch. Interessanter ist jedoch der im Bild unscheinbarer wirkende Vulkan am unteren Rand der Aufnahme.

Der 2960 Meter hohe Ol Doinyo Lengai liegt ungefähr 20 Kilometer südlich des Natronsees. Seine Lava besteht zu großen Teilen aus Natriumkarbonat, auch bekannt als Soda. Große Mengen davon sind in dem See gelöst. Kein anderer Vulkan der Erde hat Lava, die zu einem Großteil aus Natriumkarbonat besteht.

jme



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