Makaken-Studie Männerfreundschaften garantieren Macht

Männerfreundschaften zahlen sich aus: Je geselliger ein Makakenmännchen ist, desto weiter oben landet er auf dem Hierarchie-Treppchen. Das haben Forscher jetzt in einer Langzeitstudie herausgefunden. Genetische Tests verrieten aber auch noch etwas anderes über die Vorteile männlicher Geselligkeit.

Makakenmännchen: Alleine schafft man es nicht weit nach oben
dpa

Makakenmännchen: Alleine schafft man es nicht weit nach oben


Richtige Männerfreundschaften sind ein Garant für sozialen Aufstieg und Erfolg - zumindest für Makaken ist das jetzt auch wissenschaftlich erwiesen. Biologen aus Göttingen und Leipzig haben Primaten in Thailand beobachtet und ein wesentliches Verhaltensprinzip entdeckt: Je geselliger ein Männchen ist, desto eher steigt es in der sozialen Hierarchie der Gruppe auf. Und: desto besser stehen seine Chancen, sich zu vermehren.

Makaken, die nicht in Männerfreundschaften investieren, verlieren dagegen an Status - und schaffen den Aufstieg nie. Das berichten die Wissenschaftler um Oliver Schülke von der Georg-August-Universität Göttingen im Fachjournal "Current Biology".

Im Norden von Thailand beobachteten die Wissenschaftler eine Gruppe von 50 bis 60 Assam-Makaken, darunter etwa zehn Männchen. Diese bildeten in Konkurrenzsituationen untereinander Koalitionen, die offenbar strategischen Zielen dienten: Unterhielten zwei Männchen eine enge Beziehung, so konnten sie bei Streitigkeiten mit Geschlechtsgenossen auf gegenseitige Hilfe zählen. "Diese Männchen kämpfen gemeinsam um ihren sozialen Status", erklärt Schülke.

Beste Freunde an der Spitze

Die Stärke der Männerbünde entschied letztlich über den Aufstieg der einzelnen Mitglieder, wovon alle Koalitionspartner profitierten. "Je enger die Bindung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto öfter geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein", sagt Schülke. "Das Männchen, das im Herbst 2006 die engsten drei Bindungen in der beobachteten Gruppe hatte, stieg stetig im Rang und steht heute mit seinem besten Freund an der Spitze der Hierarchie."

Einen weiteren Effekt des sozialen Aufstiegs in der Affensippe enthüllten genetische Vaterschaftstests: Je höher der Rang eines Männchens in der Gruppe, desto größer war die Zahl seiner Nachkommen.

Diese Resultate könnten auch Aufschluss über das menschliche Verhalten geben. "Unsere Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre evolutionären Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben", sagt Schülke. "Dies könnte erklären, warum der Verlust von Freundschaften oder sozialer Integration beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann."

cib/dapd



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Parzival v. d. Dräuen 19.11.2010
1. .
Zitat von sysopMännerfreundschaften zahlen sich aus: Je geselliger ein Makakenmännchen ist, desto weiter oben landet er auf dem Hierarchie-Treppchen. Das haben Forscher jetzt in einer Langzeitstudie herausgefunden. Genetische Tests verrieten aber auch noch etwas anderes über die Vorteile männlicher Geselligkeit. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,729866,00.html
Makaken, die Männerfreundschaften pflegen? Merkwürdiger Sprachgebrauch. Gemeint sind sicher Männchen-Freundschaften. Oder gibt es unter anderen Affen-Arten eventuell Frauenfreundschaften? Eventuell sogar Frauen-Power oder eine Weiberwirtschaft? Man könnte sicher auch über Äff_innen schreiben, die durch solide soziale Interaktion auffallen.
Gertrud Stamm-Holz 19.11.2010
2. verschnupft?
Zitat von Parzival v. d. DräuenMakaken, die Männerfreundschaften pflegen? Merkwürdiger Sprachgebrauch. Gemeint sind sicher Männchen-Freundschaften. Oder gibt es unter anderen Affen-Arten eventuell Frauenfreundschaften? Eventuell sogar Frauen-Power oder eine Weiberwirtschaft? Man könnte sicher auch über Äff_innen schreiben, die durch solide soziale Interaktion auffallen.
Warum so pikiert? Ja, Männchenfreundschaften finden sich auch unter den sprechenden Zweibeinern. Das sind dann die, die sogar als dienende Geister nie mehr als den Handlanger geben dürfen. Zu wenig in der Birne. Männer dagegen sind der Kopf vom Geschwader. Natürlich haben Affendamen Frauenfreundschaften. Das findet sich bei den Schimpansen z.B. Von Frauen-Power und Weiberwirtschaft ist mir nichts bekannt, da pfuschen Männer/Männchen regelmäßig dazwischen.
diracdamm 19.11.2010
3. Genderrassismus
Zitat von sysopMännerfreundschaften zahlen sich aus: Je geselliger ein Makakenmännchen ist, desto weiter oben landet er auf dem Hierarchie-Treppchen. Das haben Forscher jetzt in einer Langzeitstudie herausgefunden. Genetische Tests verrieten aber auch noch etwas anderes über die Vorteile männlicher Geselligkeit. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,729866,00.html
Hier werden mal so eben und ohne rot zu werden, Männer im Allgemeinen mit Makaken gleichgesetzt! Dass sich der Spiegel nicht schämt? Ist dieser Genderrassismus mittlerweile schon salonfähig?
Parzival v. d. Dräuen 19.11.2010
4. .
Zitat von Gertrud Stamm-HolzWarum so pikiert? Ja, Männchenfreundschaften finden sich auch unter den sprechenden Zweibeinern. Das sind dann die, die sogar als dienende Geister nie mehr als den Handlanger geben dürfen. Zu wenig in der Birne. Männer dagegen sind der Kopf vom Geschwader. Natürlich haben Affendamen Frauenfreundschaften. Das findet sich bei den Schimpansen z.B. Von Frauen-Power und Weiberwirtschaft ist mir nichts bekannt, da pfuschen Männer/Männchen regelmäßig dazwischen.
Wenn es erst mal läuft, dann läuft es. ;)
Dampflok, 19.11.2010
5. Wir müssen ja beinahe dankbar sein...
Zitat von diracdammHier werden mal so eben und ohne rot zu werden, Männer im Allgemeinen mit Makaken gleichgesetzt! Dass sich der Spiegel nicht schämt? Ist dieser Genderrassismus mittlerweile schon salonfähig?
"Die" Medien haben ja bekanntlich auch seit Jahrzehnten keine Probleme, Männer mit Schweinen gleichzusetzen. Aber wenn wir unbedingt einen Affenvergleich diskutieren wollen, warum nicht über die interessante Eigenschaft der, ähm, Bonobo-FRAUEN, bei steigender Agressivität der männlichen Bonobos...einfach eine Runde Sex zu spendieren? .
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