Massensterben Tote Seehunde treiben an dänische Küste

Vor Dänemark sind Dutzende Seehunde einer Epidemie zum Opfer gefallen. Auslöser ist vermutlich dasselbe Virus, das bereits Ende der achtziger Jahre ein großes Robbensterben auslöste.


Seehunde: Massensterben durch Virus?
DPA

Seehunde: Massensterben durch Virus?

Das Seehundsterben an der dänischen Küste hat sich am Wochenende weiter ausgebreitet. Wie ein Sprecher des Naturschutzamtes am Sonntag mitteilte, wurden nach ersten Funden von 50 Kadavern vor der Insel Anholt nun auch 22 angeschwemmte tote Tiere am Strand der ebenfalls im Kattegat liegenden Insel Læsø sowie ein totes Tier im Hafen von Skagen gemeldet.

Nach ersten Gewebeuntersuchungen gehen Tiermedizinern davon aus, dass das Massensterben durch dasselbe Virus verursacht worden ist, dem 1988 fast die Hälfte des gesamten Seehundbestandes in der Nordsee und anliegenden Gewässern zum Opfer gefallen war.

Der Tiermediziner Hans Henrik Dietz vom veterinärmedizinischen Institut in Århus meinte in der Zeitung "Jyllands-Posten", man könne noch nicht vorhersagen, ob die erneute Epidemie sich wieder so massiv wie vor 14 Jahren ausbreite oder auf relativ kleine Bestände in bestimmten Gebieten begrenzt bleibe.

Von deutschen und niederländischen Stellen wurden keine auffälligen Vorkommen von Robbensterben gemeldet. Die Bestände in den nordwesteuropäischen Gewässern hatten sich von dem Massensterben 1988 überraschend schnell wieder erholt.



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