Mecklenburg-Vorpommern West-Nil-Virus bei Amsel nachgewiesen

Im Landkreis Rostock haben Wissenschaftler bei einer toten Amsel das West-Nil-Virus entdeckt. Es ist der erste Beleg des Erregers in Mecklenburg-Vorpommern.

Amsel (Symbolbild)
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Amsel (Symbolbild)


Vier Wochen nach dem bundesweit ersten Fall ist das West-Nil-Virus (WNF) erstmals in Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht. Es wurde bei einer toten Amsel aus dem Landkreis Rostock nachgewiesen, wie das Umwelt- und Agrarministerium in Schwerin mitteilte.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurde das Virus in Deutschland mittlerweile bei insgesamt sieben Vögel nachgewiesen. Zudem wurde der Erreger kürzlich bei einem verendeten Pferd in Brandenburg registriert.

Erstmals war das auch für Menschen gefährliche Virus Ende August bei einem Bartkauz im Zoo von Halle an der Saale nachgewiesen worden. Auch in Bayern und Sachsen wurde das Virus bereits in Vögeln entdeckt.

Es gibt keine Impfung

Das West-Nil-Virus kann von Mücken auf Menschen übertragen werden und in seltenen Fällen schwere Infektionen bis hin zum Tod verursachen. Gegen die Erreger existieren weder eine Impfung noch eine zielgerichtete Therapie.

In Süd- und Südosteuropa gab es im Sommer 2018 eine besonders heftige Infektionswelle mit mehr als 70 Todesfällen vor allem bei älteren Menschen. Betroffenen sind unter anderem Serbien, Griechenland und Italien. Forscher gehen davon aus, dass auch die in Deutschland vorkommenden Stechmücken-Arten das Virus übertragen können.

Stechmücke (Symbolbild)
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Stechmücke (Symbolbild)

Die meisten Infektionen beim Menschen verlaufen allerdings unbemerkt, in einigen Fällen treten Kopf- und Gliederschmerzen auf. In Deutschland hat es in den vergangenen Jahren nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin sechs oder sieben importierte West-Nil-Fälle gegeben. Eine Meldepflicht besteht erst seit 2015. Allerdings werden zahlreiche Fälle mit leichten Beschwerden vermutlich nicht erfasst.

Bei vielen Vogelarten verlaufe eine Infektion meist symptomlos, erläuterte das Friedrich-Loeffler-Institut. Einige sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne.

jme/dpa



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