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28. September 2018, 22:30 Uhr

Wirbelsturm im Mittelmeer

Was ist ein Medicane?

Im Mittelmeer vor der griechischen Küste wütet ein gigantischer Sturm, der an einen Hurrikan erinnert. Experten sprechen von einem Medicane - was steckt dahinter?

Die Schulen werden geschlossen, ein Verkehrschaos wird befürchtet, es wird geraten, nicht auf die Straße zu gehen. Vor den Küsten der Inseln Peloponnes und Kreta wütet ein Sturm - ein sogenannter "Medicane". Die Wortschöpfung "MEDIterranean" (Mittelmeer) und "HurriCANE" bezeichnet einen Wirbelsturm auf dem Mittelmeer.

Was ist der Unterschied zum Hurrikan?

Ein Hurrikan ist zum einen viel größer als ein Medicane. Bis zu 1500 Kilometer Durchmesser weisen die tropischen Wirbelstürme auf - auf dem Mittelmeer sind es höchstens 300 Kilometer. Die Medicane blasen mit rund 100 Kilometern die Stunde und sorgen für stärkere Niederschläge, oft verbunden mit Gewitter. Das kann an den Küsten für Verwüstungen sorgen. Immerhin: Er löst sich meist nach ein paar Stunden auf, überlebt im äußersten Fall zwei Tage - ein Hurrikan hält sich hingegen schon mal eine Woche.

Woher kennt man Medicanes?

Im Jahr 1980 entdeckten Wissenschaftler mithilfe von Satellitenbildern Tiefdruckgebiete auf dem Mittelmeer, die ein "wolkenfreies Auge" hatten - wie beim Hurrikan wirbeln Wolken und Regenbänder um einen Mittelpunkt herum. Er tritt nur selten auf, und die gut 40 Jahre Wetteraufzeichnung der Medicanes bieten den Forschern noch nicht genügend Daten, um alle wissenschaftlichen Fragen vollständig zu klären.

Wie entsteht ein Medicane?

Der Medicane entwickelt sich etwa fünf bis zehn Grad ober- oder unterhalb des Äquators. Durch eine Temperaturdifferenz von warmem Wasser, warmer Luft und kalter Luft kondensiert Wasser, das in Wolken aufwirbelt, die sich in einem Strudel formieren. Solche Strudel können im gesamten Winterhalbjahr auftauchen, ihre Hochsaison haben sie allerdings im Herbst. (Eine genaue Erklärung lesen Sie hier.)

Was kann er anrichten?

Im Oktober 2015 zog ein Medicane über Sardinien und Korsika. Das löste große Überschwemmung aus, zudem gefährliche Hangrutscher. 2017 mussten 14 Menschen ihr Leben lassen, weil ein solcher Sturm eine heftige Flut auslöste. Etliche Verletzte und zerstörte Häuser waren die Folge.

tin

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