Meeressäuger Verirrter Buckelwal auf Weg in die Nordsee

Tierschützer atmen auf: Der durch die flache Ostsee irrende Buckelwal ist offenbar auf dem Weg in die Freiheit. Das Tier wurde nahe der schwedischen Küste gesichtet - bis zur rettenden Nordsee ist es nicht mehr weit.


Hamburg - "Uns liegen Bilder aus dem Kattegat vor, die mit großer Wahrscheinlichkeit unser Tier zeigen", sagte Jörg Feddern, Walexperte von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Der Meeressäuger schwimme in die Freiheit. "Vermutlich wird er in den nächsten zwei Tagen die Nordsee erreichen." Zuletzt sei ein Buckelwal am Montagnachmittag südlich von Göteborg gesichtet worden. Damit habe "Bucki" die Ostsee offensichtlich verlassen und schwimme in die richtige Richtung.

Gerade noch rechtzeitig habe der abgemagerte Meeressäuger damit den Weg zurück in nahrungsreiche Gewässer eingeschlagen, erklärte Feddern, der in der vergangenen Woche mit einem Rettungsteam vergeblich in der Lübecker Bucht nach "Bucki" gesucht hatte. "Das Tier wird sich jetzt seinen Artgenossen anschließen und im Nordmeer Reserven für den Winter anfressen", hofft der Greenpeace-Experte.

Der sonst in Ozeanen lebende Buckelwal irrte rund einen Monat in der Ostsee herum und war dabei in deutschen, polnischen und dänischen Gewässern gesichtet worden. Das Tier löste einen regen Wal-Tourismus aus. Tierschützer fürchteten, dass der Wal im flachen Wasser der Ostsee stranden könnte und patrouillierten eine Woche lang mit Booten in der Lübecker Bucht, um genau das zu verhindern.

Sollte der Wal tatsächlich die Nordsee erreichen, wäre das eine Sensation. "Dann hätten wir erstmals dokumentiert, dass ein Wal eigenständig aus der Ostsee herausfindet", sagte Feddern. Zuletzt war vor 30 Jahren ein Buckelwal in der Ostsee aufgetaucht.

hda/dpa/AP



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