Zweifel an Höhe Indien will den Mount Everest neu vermessen

Es geht um Zentimeter: Indien hat angekündigt, zu überprüfen, ob der Mount Everest durch das Erdbeben im April 2015 wirklich geschrumpft ist. Dafür wurde jetzt ein Expeditionsteam zusammengestellt.

Mount Everest (Archivbild)
REUTERS

Mount Everest (Archivbild)


Schon kurz nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal vor knapp zwei Jahren hatten Forscher berichtet, dass sie davon ausgingen, dass der Gipfel des Mount Everest um mehrere Zentimeter nach oben oder unten verschoben wurde. Danach hatte es weitere Berichte zur möglicherweise veränderten Höhe des Everest gegeben. Nun will Indien Klarheit: Der höchste Berg der Welt wird neu vermessen, sagte der oberste Landvermesser Indiens, Swarna Subba Rao, der Nachrichtenagentur PTI.

An der weit verbreiteten Annahme, der Berg habe durch das Erdbeben 2015 an Höhe verloren, "gibt es in der wissenschaftlichen Gemeinde Zweifel", sagte Rao. Nach dem Erdbeben hatten Satellitendaten vermuten lassen, der offiziell 8848 Meter hohe Berg, der sich in Nepal befindet, habe an Höhe eingebüßt.

Ein fünfköpfiges Expeditionsteam soll Ende des Winters aufbrechen und einen Monat lang alles neu vermessen. Unter anderem soll das Team zwei Stunden am Gipfel verbringen. Dabei werden sie mit GPS-Daten arbeiten, diese Ergebnisse aber mit der Triangulationsmethode überprüfen. Mit dieser war der Mount Everest zwischen 1848 und 1852 ursprünglich vermessen worden. Die derzeit angegebene Höhe wurde 1995 ermittelt.

Anschließend sollen binnen 14 Tagen die Daten veröffentlicht werden. Bei dem Erdbeben im Himalaya der Stärke 7,8 waren im April 2015 etwa 9000 Menschen ums Leben gekommen waren. Das Beben hatte auch eine Lawine ausgelöst, durch die in einem Basiscamp am Mount Everest 18 Menschen ums Leben kamen.

Laut Rao werde die Expedition natürlich gefährlich sein, aber es hätten sich unzählige Freiwillige gemeldet. "Das Risiko wird durch die Anerkennung aufgewogen, den Mount Everest vermessen zu haben", sagte Rao. Insgesamt 700.000 US-Dollar soll die Expedition kosten, die Indien gemeinsam mit Nepals Regierung leitet.

max/AFP



insgesamt 18 Beiträge
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blauerapfel 25.01.2017
1. Gipfel liegt in China
Der Qoomolangma (Chinesisch 珠穆朗玛, Nepalesich Sagaramāthā, in England Mt. Everest genannt) liegt an der Grenze zwischen China und Nepal. Der eigentliche Hauptgipfel liegt knapp auf chinesischer Seite.
its4free 25.01.2017
2. Tja...
Die letzte Messung ergab 8850 Meter.
gunpot 25.01.2017
3. haben Indien und Nepal
nicht andere Probleme. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Vermessungskosten von privater Seite aufgebracht werden. Indien sollte diese Gelder zum besseren Schutz der Frauen bereitstellen.
Bahnix 25.01.2017
4. Auf das hat die Welt gewartet:
Ob das Bergli ein wenig höher oder niedriger ist. In Meinen Augen herausgeschmissenes Geld.
MKAchter 25.01.2017
5. Nutzen
Vorab: Wissenschaftliche Erkenntnis ist wichtig, und Geographie ist ein sehr interessantes Fach. Aber dessen ungeachtet - mich lässt das Gefühl nicht los, dass Indien dringendere Aufgaben bzw. Ausgabeposten haben könnte, als fast eine Dreiviertel-Million Dollar in eine Vermessungsaktion zu stecken, deren absehbares Ergebnis sich - beim höchsten Berg der Erde - im cm-Bereich bewegen wird.
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