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1300-Kilometer-Riss in der Arktis: Bruch im Festeis

Foto: NASA

Satellitenbilder 1300-Kilometer-Riss spaltet Arktis-Eis

Der Bruch ist länger als Deutschland: Das Meereis in der Arktis wurde zwischen Grönland und Kanada auf einer Strecke von 1300 Kilometern spektakulär gespalten. Ursache ist offenbar ein starker Sturm.

Hamburg - In der kanadischen Arktis hat ein Satellit der Nasa einen vermutlich etwa 1300 Kilometer langen Riss im Eis aufgespürt; er ist damit länger als Deutschland. Der etwa zehn Kilometer breite Bruch spalte das Meereis von der Ellesmere-Insel vor der Nordostspitze Kanadas bis vor die Nordwestküste Grönlands. Vermutlich habe ein Sturm mit starkem Wellengang das Eis brechen lassen, berichtet Nasa-Forscher Josefino Comiso.

Lange Brüche im sogenannten Festeis dieser Region seien nicht ungewöhnlich, sagt Comiso. In der Region ist das Meer flach, oft weniger als zehn Meter. Im Gegensatz zum Treibeis über tieferem Gewässer klemmt das Eis dort vielerorts am Grund fest. Bei Seegang bauen sich Spannungen auf. Werden sie zu groß, bricht das Eis.

Ähnliches kennen Bergsteiger aus dem Hochgebirge: Gletscher, die über Hindernisse kriechen, können die Spannung meist nicht ausgleichen - sie brechen. Gletscherspalten können Hunderte Meter tief reichen. Auch das Festlandeis der Antarktis und Grönlands wird von Brüchen durchfurcht. Dort gelten allerdings bereits 30 Kilometer lange Risse als Sensation.

Der Riss im Arktis-Eis wurde vom "Terra"-Satelliten der Nasa in dieser Woche entdeckt; auf Bildern seines "Modis"-Spektrometers ist die riesige Eisspalte zu sehen.

boj
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