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Fotostrecke: Pulverisiertes Elfenbein

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Illegaler Handel China zerstört sechs Tonnen Elfenbein

China setzt ein Signal gegen Wilderei und den internationalen Elfenbeinhandel: Die Regierung in Peking ließ tonnenweise Objekte aus Elefantenstoßzähnen zermahlen. In den Lagern der Volksrepublik dürften noch weitaus größere Mengen des weißen Goldes lagern.

Auf dem Schwarzmarkt erzielt Elfenbein derzeit Rekordpreise. Naturschützer fordern seit langem, Objekte aus Elfenbein konsequent zu zerstören und so dem Handel die Grundlage zu entziehen. Nachdem die USA im November tonnenweise beschlagnahmtes Elfenbein zu Pulver zerschlagen haben, zieht nun China nach - und zerstört sechs Tonnen an Stoßzähnen, Schmuck und Figuren.

China gilt als der größte Markt für Elfenbeinprodukte weltweit. Bei der Aktion am Montag präsentierten chinesische Behörden zunächst viele Dutzend Objekte der Öffentlichkeit. Dann wurde das Elfenbein in zwei Maschinen zermahlen. Einige Stoßzähne mussten vorher zersägt werden, weil sie zu groß für die Öffnungen der Maschinen waren.

Beschlagnahmt wurden die Stücke in chinesischen Werkstätten, Geschäften und als Schmuggelware auf Schiffen aus Afrika. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei dem nun zerstörten Elfenbein nur um einen Teil der Lagerbestände. Wie viel sie davon noch in der Volksrepublik aufbewahren, halten die Behörden geheim.

Erster internationaler Gipfel zum Schutz der Dickhäuter

Auf dem Schwarzmarkt werden bis zu 2000 Dollar pro Kilogramm Elfenbein gezahlt, das auch als weißes Gold bezeichnet wird. Die Naturschutzorganisation "International Fund for Animal Welfare" (IFAW) bezeichnete den Schritt Chinas als "starken symbolischen Akt". Die Zerstörung des Elfenbeins zeige, dass die Regierung ehrlich besorgt sei - sowohl um die Elefantenbestände als auch um die Sicherheit der von Wilderei betroffenen Regionen. Denn die beachtlichen Einnahmen aus dem Elfenbeinverkauf landen nicht selten im organisierten Verbrechen oder bei Terrororganisationen.

Noch im Dezember hatten sich afrikanische und asiatische Staaten auf ein Programm zur Eindämmung der Wilderei und des illegalen Elfenbeinhandels  verständigt. Am ersten "Internationalen Gipfel zum Schutz des Afrikanischen Elefanten" waren sowohl Länder vertreten, in denen Elefanten von Wilderern bedroht sind, als auch Transitländer und Staaten mit großen Elfenbeinmärkten.

Unter den Maßnahmen zum Schutz der Elefanten gehört die Absicht, den illegalen Handel mit den Tieren als "schweres Verbrechen" einzustufen. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF werden jährlich mehr als 30.000 Elefanten wegen des Elfenbeins getötet. Anfang November sei in China ein Elfenbeinring zerschlagen worden, bei dem zwölf Tonnen Elfenbein gefunden wurden. Das sei der größte Einzelfund seit Beginn der systematischen Auswertungen im Jahr 1996, so der WWF.

che/wbr/AP
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