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Norden, Süden, Osten, Westen: Das Klima des Landes

Foto: Z1022 Patrick Pleul/ dpa

Neue Daten für alle Regionen Deutschlands wahres Klima

Der Süden ist die sonnigste Region der Republik, im Norden regnet es meist? Meteorologen haben für SPIEGEL ONLINE die neuesten Wetterdaten ausgewertet - mit überraschenden Ergebnissen.

Das Klima in Deutschland hat sich in den vergangenen hundert Jahren deutlich verändert, im Durchschnitt stieg die Temperatur um 0,9 Grad. Genauere Aussagen ließen sich bislang kaum treffen. Denn die Klimaberechnungen basieren auf Daten aus den Jahren 1961 bis 1990. Doch seither hat sich meteorologisch viel verändert.

Um auch die Klimaveränderung der vergangenen 20 Jahre zu erkennen, haben Meteorologen des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) exklusiv für SPIEGEL ONLINE die neuesten Daten des Deutschen Wetterdienstes aus 18 deutschen Städten aufbereitet. Sie zeigen das wahre Klima in Deutschland. "Es ist wärmer und sonniger geworden in Deutschland", sagt der Meteorologe und IWK-Chef Frank Böttcher.

Die Klimadatenauswertung lieferte einige Überraschungen - manche Vorurteile müssen korrigiert werden:

  • Die sonnigsten Orte Deutschlands liegen nicht im Süden, sondern im Norden.
  • Das schlechteste Wetter herrscht im Westen, das beste wohl in Franken.
  • Beim Niederschlag gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen West und Ost, jedoch nicht zwischen Nord und Süd. Während es im Norden und Süden an ähnlich vielen Tagen regnet, hat der Osten rund 30 Regentage im Jahr weniger als der Westen.

Für die genaue Auswertung unten auf die einzelnen Regionen klicken.

Vor allem die Sommer sind wärmer geworden: Am stärksten erwärmt hat sich im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 der August. Die Sommer sind allerdings mancherorts regnerischer als früher, doch die Unterschiede von Region zu Region sind groß. Der einzige Monat, in dem es deutschlandweit mehr Bewölkung gibt als früher ist der Juni.

Fast ebenso stark gestiegen sind die Temperaturen im Frühling; im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 ist diese Jahreszeit inzwischen fast ein Grad wärmer. Dadurch blühen Pflanzen eher - und viele Allergiker leiden früher unter Beschwerden. Hauptursache für die Erwärmung im Frühjahr sei, so Böttcher, dass der Wind vermehrt aus Südwest wehe.

Die neue Witterung habe auch dazu geführt, dass im April deutlich weniger Regen falle als früher. Insbesondere die Küsten sind trockener geworden, auf den Nordseeinseln ist das Frühjahr deutschlandweit am sonnigsten und trockensten. Auf Sylt fällt im April nur noch vier Fünftel so viel Regen wie früher.

"Im Herbst jedoch strömt weiterhin viel nass-kühle Atlantikluft über die Nordsee nach Deutschland", berichtet Böttcher - zu dieser Jahreszeit ist es in ganz Deutschland kaum wärmer als früher. Besonders im Oktober regnet es zudem deutlich mehr - am meisten Regen fällt dann an den Küsten.

Mehr Sonne scheint vor allem im Winter. Im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 ist die kalte Jahreszeit hierzulande um zehn Prozent sonniger geworden; der Januar sogar um 20 Prozent.

SPIEGEL ONLINE zeigt exklusiv das neue Klima in Deutschland. "Ausgewählt wurden 18 größere Orte mit den besten Datensätzen des Deutschen Wetterdienstes", sagt Meteorologe Böttcher. Das jeweilige Klima gelte jedoch auch für die jeweilige Umgebung.

Aachen / Eifel / Rheinisches Schiefergebirge

Goldener Herbst, glänzender Regen

Im südlichen Rheinland fällt übers Jahr viel Regen; die Eifel und das Rheinische Schiefergebirge gehören zu den niederschlagsreichsten der Republik. Die Nähe zur Nordsee macht sich auch bei den Temperaturen bemerkbar: Die Sommer sind kühler, die Winter milder als im Osten.

Allerdings glänzt das Gebiet immerhin mit goldenem Herbst- und Winterwetter: Aachen hält für beide Jahreszeiten den Sonnenrekord aller 18 Vergleichsorte. "Die Region ist in den vergangenen 30 Jahren im Winter um 11 Prozent sonniger geworden", berichtet Meteorologe Böttcher.

Der Westen ist übers Jahr gesehen die wärmste Region Deutschlands: Milde Nordseeluft treibt die Temperaturen vor allem im Winter deutlich nach oben.

Allerdings können die Regenmengen im Rheinland stark variieren: Manch regenreiche Orte liegen dicht neben trockneren Regionen - Höhenzüge wirken als Wetterscheiden, an denen sich Wolken abregnen.

Aachen

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
10,4 3,4 9,8 17,5 10,7
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1610,6 198,6 475,8 594,6 341,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
839,5 205,8 195,0 234,6 204,0
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,7 2,9 8,9 16,7 10,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1552,0 180,9 453,0 576,0 342,3
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
828,3 192,0 204,6 237,9 194,1
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,7 +0,5 +0,9 +0,8 +0,3
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Berlin / Brandenburg

Hitzerekorde im Sommer, Trockenheit das ganze Jahr

Der Großraum Berlin fällt meteorologisch vor allem durch sommerliche Hitze auf. Zusammen mit Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau ist Berlin mit knapp 19 Grad Sommer-Durchschnittstemperatur die heißeste deutsche Stadt im Sommer.

Im Hochsommer herrschen in der Berliner Innenstadt häufig mehr als 30 Grad Schattentemperatur. Verantwortlich sind ausgesprochen lange sommerliche Sonnenscheinperioden. Im Juli brennt die Sonne durchschnittlich 7,5 Stunden am Tag; sonniger ist es nur an der Küste.

"Regenwolken aus Westen erreichen die Region oft zwei Tage später als Westdeutschland", erläutert Böttcher. Da haben sich die Wolken oft schon abgeregnet - und in Brandenburg bleibt es sonnig.

Im Winter jedoch ist die Region oftmals deutlich kälter als der Rest des Landes. Die große Distanz zum wärmenden Meer macht sich bemerkbar.

Setzt sich die Klimaerwärmung fort, erwarten Klimaforscher negative Folgen für die Region: Brandenburg stünden demnach ausgedehnte Dürrephasen bevor. Es drohten erhebliche Einbußen für die Landwirtschaft und Waldbrände.

Berlin

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,9 1,4 9,7 18,7 9,9
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1706,0 168,3 533,4 672,0 332,1
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
577,4 135,0 132,6 182,1 127,8
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,4 0,7 8,9 18,2 9,8
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1673,5 153,0 517,5 680,1 322,8
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
583,8 130,5 134,4 188,1 131,1
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,5 +0,7 +0,8 +0,5 +0,1
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Dresden / Leipzig / Sachsen

Heiter und wolkig, heiß und kalt

Sachsen kombiniert die Vorteile des Ostens mit den Vorteilen des Westens: Überdurchschnittlich viel Sonnenschein, dabei aber ausreichend Niederschlag für die Landwirtschaft. Die Sommer fallen warm aus, die Winter jedoch eisig kalt. Im Südosten Deutschlands werden oftmals die tiefsten Wintertemperaturen des Landes außerhalb der Gebirge gemessen.

Beim Sonnenschein erreichen allerdings weder Dresden noch Leipzig Spitzenwerte, zu keiner Jahreszeit.

Sachsen erlebte vor allem im Frühjahr und Sommer eine deutliche Erwärmung in den letzten Jahren. Im Herbst hingegen herrscht ein ganz ähnliches Wetter wie früher - es ist vergleichweise sonnig und trocken. Die Winter fallen inzwischen meist deutlich sonniger aus.

Dresden

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,4 0,8 9,1 18,0 9,5
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1656,0 197,4 501,9 625,2 331,5
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
662,0 134,7 151,8 228,6 146,7
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,9 0,2 8,4 17,4 9,5
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1581,4 177,0 460,8 609,3 334,5
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
666,7 141,9 157,5 219,3 147,9
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,5 +0,6 +0,7 +0,6 +0,1
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Düsseldorf / Köln / Niederrhein / Ruhrgebiet

Warmer Regen, mildes Klima

Im Nordwesten - vom Niederrhein bis nach Bremen - herrscht übers Jahr gesehen das schlechteste Wetter in Deutschland außerhalb der Gebirge. Der Raum Düsseldorf-Köln hält mit 1542 Stunden Sonne pro Jahr den Sonnenschein-Minusrekord aller Orte des SPIEGEL-ONLINE-Vergleichs.

Über dem Rheinland stauen sich an den Hängen der Mittelgebirge oft Regenwolken, die Westwinde nach Deutschland treiben. Zum Vergleich: Auf der Kanareninsel Teneriffa scheint die Sonne übers Jahr fast doppelt so lang.

Allerdings können die Regenmengen im Rheinland stark variieren, sagt Böttcher: Manch regenreiche Orte liegen dicht neben trockenen Regionen - Höhenzüge wirken als Wetterscheiden, an denen sich Wolken abregnen. Ältere Daten zeigen allerdings auch für das Ruhrgebiet überdurchschnittlich viel Regen und ausgesprochen wenig Sonne.

"Am Niederhein ist vor allem in den Herbstmonaten eine Zunahme der Niederschläge zu beobachten", berichtet Böttcher. Im Rheinland seien in den vergangenen Jahren vor allem Frühjahr und die Sommermonate Juli und August wärmer geworden. In diesen Monaten hätten verstärkt Südwestwinde warme Luft ins Rheinland gebracht.

Bei allem Regen: Das Rheinland ist übers Jahr gesehen die wärmste Region Deutschlands: Milde Nordseeluft treibt die Temperaturen vor allem im Winter deutlich nach oben.

Düsseldorf (Köln)

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
10,7 3,5 10,3 18,1 11,1
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1542,6 174,6 477,0 580,2 310,8
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
799,1 193,8 186,3 221,1 198,0
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
10,3 3,1 9,5 17,6 10,9
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1504,1 165,3 459,9 571,8 307,2
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
772,9 189,9 184,5 219,6 178,8
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,4 +0,4 +0,7 +0,6 +0,1
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Erfurt / Magdeburg / Sachsen-Anhalt / Thüringen

Blühende Landschaften trotz Regenarmut

Der Osten fällt vor allem durch Trockenheit auf; er ist die regenärmste Region Deutschlands. Besonders regenarm sind Sommer und Herbst. Erfurt ist der Ort mit dem wenigsten Niederschlag im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich.

Regenwolken, die sich über dem Atlantik mit Feuchtigkeit vollgesogen haben, haben sich oft bereits im Westen vor den Mittelgebirgen abgeregnet, bevor sie Thüringen und Sachsen-Anhalt erreichen.

Bekannt für besonders große Trockenheit ist die Magdeburger Börde. Der Harz schirmt die Region von Regenwolken ab. Besonders im Sommer sind ausgedehnte Dürrephasen keine Seltenheit. Der spärliche Regen jedoch hat große Wirkung auf die Landwirtschaft: Die Magdeburger Börde hat einen der fruchtbarsten Böden Europas.

Während jedoch Erfurt (Thüringen) in den vergangenen 30 Jahren mehr Regen bekam, hätten die Niederschläge im Raum Magdeburg in Sachsen-Anhalt besonders im Winter weiter abgenommen, berichtet IWK-Meteorologe Böttcher.

Erfurt

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,8 0,3 8,5 17,3 9,0
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1660,6 186,9 503,4 635,7 334,8
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
556,8 97,8 140,7 186,9 131,1
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
7,9 -0,5 7,3 16,2 8,6
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1588,3 163,5 469,8 627,0 328,2
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
500,4 82,2 136,5 172,2 109,5
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,9 +0,8 +1,1 +1,1 +0,4
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Frankfurt am Main / Rhein-Neckar-Raum / Oberrheingraben

Deutschlands Vorposten zum Frühling

Der Großraum Frankfurt und die Rhein-Neckar-Region zeichnen sich vor allem durch Hitze und Trockenheit im Sommer aus. Entlang des Oberrheingrabens, in Heidelberg, Darmstadt Karlsruhe und Freiburg, heizen im Juli Durchschnittstemperaturen von mehr als 20 Grad ein.

Durch den Klimawandel fielen Frühjahr und Sommer in der Region sogar noch ein Grad wärmer aus als noch vor 30 Jahren, berichtet Meteorologe Frank Böttcher.

Entlang des Oberrheingrabens beginnen die Pflanzen im Landesvergleich als erstes zu blühen. Die Rhein-Neckar-Region erlebt im Zuge des Klimawandels sogar eine immer frühere Frühlingsblüte. Die Winzer haben sich auf die neuen Verhältnisse bereits eingestellt (siehe Stuttgart / Baden Württemberg).

Frankfurt / Main

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
10,5 2,3 10,5 19,0 10,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1654,5 175,2 508,5 661,5 309,3
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
630,7 138,0 154,5 181,5 156,9
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,7 1,4 9,4 18,1 9,8
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1586,1 154,2 485,4 637,8 308,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
657,8 137,7 163,8 98,0 158,1
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,8 +0,8 +1,1 +0,9 +0,6
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Hamburg / Bremen

Alle Wetter

Besucher aus anderen Landesteilen frösteln mitunter in Hamburg und Bremen. Das liegt aber nicht an niedrigen Temperaturen - sie liegen im Bundesdurchschnitt. Prägend für das Wetter der Region ist die frische Nordseebrise - meist ist das Rauschen der Bäume zu hören.

Der Wind sorgt für abwechslungsreiches Wetter. Im Großraum Hamburg fällt weder sonderlich viel Regen, noch scheint ausnehmend häufig die Sonne - die Region liegt bei den Klimawerten ziemlich in der Mitte. Im Sommer mildert meist eine leichte Seebrise die Hitze.

Die neuen Daten zeigen: Auch im Norden ist es wärmer geworden: In den vergangenen 30 Jahren sind die Winter in Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven und Hamburg 0,8 Grad wärmer gewesen als im Vergleichszeitraum 1961-1990, berichtet das Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Die Folge: Der Schnee bleibt weniger lange liegen - sofern es überhaupt schneite.

Auch Juli und August fallen mittlerweile um ein Grad wärmer aus als noch vor 40 Jahren - im Norden mehren sich warme Sommerabende.

Hamburg

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,4 2,0 8,7 17,0 9,7
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1585,6 154,8 506,4 615,6 308,7
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
802,5 188,4 166,2 243,6 204,0
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,6 1,2 7,7 16,3 9,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1557,0 144,3 482,1 635,7 294,9
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
770,3 174,9 164,7 226,2 204,3
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,8 +0,8 +1,0 +0,7 +0,3
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Hannover / Göttingen / Kassel

Sonne und Regen in bekömmlicher Dosis

Im küstenferneren Niedersachsen scheint die Sonne zwar weniger häufig als im Bundesdurchschnitt. Dafür regnet es aber auch weniger als in vielen anderen Teilen der Republik.

Die Region stellt keine Klimarekorde auf, weder im Positiven, noch im Negativen. Bemerkenswert: Kaum irgendwo sonst fällt der Regen so gleichmäßig übers Jahr verteilt wie in Hannover.

Im küstennahen Niedersachsen regnet es allerdings häufiger.

Hannover

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,6 2,1 9,1 17,3 9,9
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1571,7 162,0 492,3 611,4 306,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
664,2 158,4 151,2 190,8 163,8
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,9 1,2 8,1 16,6 9,5
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1501,4 141,9 462,3 603,6 294,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
655,6 149,1 160,5 198,6 147,6
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,7 +0,9 +0,9 +0,7 +0,4
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Helgoland / Nordsee

Die Sonneninsel

Deutschlands einzige Hochseeinsel hält den Sonnenrekord der 18 Orte im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich. Allerdings zeigen ältere Klimadaten, dass der äußerste Südwesten Deutschlands, zu dem Freiburg gehört, und der äußerste Nordosten mit der Insel Usedom ähnlich hohe Sonnenscheinwerte aufweisen.

Helgoland besticht vor allem im Frühjahr und Sommer mit langen Sonnenperioden - ein Segeltörn auf der Nordsee zu diesen Jahreszeiten verspricht also gutes Wetter.

Im Herbst jedoch wendet sich das Wetter meist: Zu dieser Jahreszeit blasen Westwinde viele Regenwolken übers Meer - Helgoland liegt dann mit an der Spitze der Niederschlagstabelle in Deutschland.

Helgoland

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,7 3,7 7,4 16,1 11,7
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1757,3 168,9 572,7 698,1 317,7
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
746,2 169,8 124,8 197,4 254,4
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,1 3,0 6,5 15,4 11,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1682,8 163,8 538,2 681,0 299,7
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
718,6 159,0 127,8 178,8 252,9
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,7 +0,9 +0,7 +0,3
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Konstanz / Freiburg

Sonne, Wärme, Regen

Der Südwesten um Freiburg und Konstanz gehört zu den sonnigsten und wärmsten Regionen des Landes - allerdings auch zu den regenreichsten. Besonders der Frühling ist dort oft verregnet, zu dieser Jahreszeit hält Konstanz den Regenrekord im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich - ebenso im Sommer: Doch dann gibt es oft nur sporadisch starke Güsse bei Sommergewittern.

Vor allem die Sommer in der Region sind sonnenreich. Mit knapp 700 Stunden Sonne von Juni bis August hält Konstanz Platz zwei im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich der 18 Orte.

Freiburg nimmt bei Sonnenschein und Temperatur sogar übers Jahr gesehen landesweit Spitzenpositionen ein.

Konstanz

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,8 1,3 9,6 18,5 9,8
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1702,9 173,7 519,9 696,9 312,6
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
841,4 153,3 206,4 282,3 199,2
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,2 0,8 8,8 17,5 9,6
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1640,2 153,3 485,1 678,0 323,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
849,0 159,9 204,0 295,2 189,9
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,5 +0,8 +1,0 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

München / Augsburg / Bayern

Gewitter am blau-weißem Himmel

Bayern ist übers Jahr betrachtet sonniger als der Durchschnitt des Landes, ohne allerdings mit Spitzenwerten zu glänzen. Relativ sonnig fallen dort besonders die Sommer aus. Sie werden allerdings getrübt von häufigen Gewittern - oft sind sie es, die dem Großraum München-Augsburg den zweiten Platz in der Sommerregen-Rangliste der 18 Vergleichsorte bescheren. "Eine Entwicklung zu mehr Niederschlägen ist jedoch nicht zu erkennen", sagt Böttcher.

Die Region erlebte in den vergangenen 30 Jahren eine deutliche Erwärmung um 0,6 Grad. Die Sommer sind sogar um ein Grad wärmer geworden.

Im Winter brachten Südwinde zunehmend Föhn nach Bayern. "Im Januar und Februar können sich die Münchner über zehn bis zwanzig Prozent mehr Sonne freuen als noch im Zeitraum 1961 bis 1990", sagt Böttcher.

In den Alpen jedoch trübt es häufig ein. "Die Zugspitze ist der regenreichste Ort Deutschlands", berichtet Böttcher. Dort fallen übers Jahr mehr als 1000 Millimeter Niederschlag - etwa doppelt so viel wie in vielen Regionen Ostdeutschlands.

Augsburg (München)

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,5 0,0 8,4 17,2 8,5
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1719,5 204,9 510,6 678,6 325,5
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
764,7 129,0 185,1 279,9 171,0
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,0 -0,6 7,7 16,5 8,3
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1691,8 186,0 486,0 670,5 349,5
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
749,7 118,8 181,5 284,1 165,3
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,5 +0,6 +0,7 +0,7 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Nürnberg / Franken

Schönwetterland

Das Klima von Franken vereint viele Vorteile: Es ist sonnenreich und relativ warm; besonders im Sommer gehört die Gegend zu den sonnigsten in Deutschland. Die Wärme des Tages hält sich dann oft bis spät in den Abend.

Es fällt vergleichsweise wenig Regen; selbst Sommergewitter sind oft weniger ergiebig als etwa in Bayern oder im Südwesten der Republik. Dennoch regnet es genug, um ausgiebig Landwirtschaft und Weinbau zu ermöglichen.

Die Klimaänderung hat nun auch noch die Winter in Franken deutlich sonniger gemacht, wie die Datenauswertung des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation zeigt.

Nürnberg

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,3 0,7 9,2 18,1 9,2
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1700,9 192,0 507,9 669,3 331,5
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
636,0 129,3 150,0 207,0 149,7
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,8 0,1 8,4 17,5 9,0
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1697,8 172,8 503,4 671,7 350,1
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
644,2 136,5 157,5 209,7 140,1
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,5 +0,6 +0,8 +0,6 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Rostock / Ostseeküste Kiel bis Usedom

Die Sonnenküste

Viele dürfte das Ergebnis überraschen: Die Ostseeküste gehört zu den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands. Rostock liegt bei den Sonnenstunden nach Helgoland an zweiter Stelle im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich der 18 Orte. Ältere Daten zeigen zudem, dass die Ostseeküste von Kiel bis zur polnischen Grenze landesweit zu den sonnenreichsten gehört; in der Region Greifswald/Usedom scheint demnach noch etwas häufiger die Sonne als in Rostock.

Im Frühjahr und Sommer erreicht die Ostseeküste bundesweite Spitzenwerte beim Sonnenschein. Die Bräune vom Sommerurlaub auf Rügen könnte sogar eindrucksvoller sein als die von der südfranzösischen Atlantikküste: Von Juni bis August sieht man die Sonne auf der Ostseeinsel häufiger als etwa in Bordeaux.

Mehrere Ursachen machen die Ostseeküste zur wolkenarmen Gegend: "Tiefdruckgebiete ziehen oft schnell über die Region hinweg", sagt Böttcher. Die starke Brise lasse Wolkendecken schnell wieder aufreißen. Regenwolken haben sich zudem schon häufig im Westen abgeregnet. Im Winter wirke sich auch die Nähe zu skandinavischen Hochdruckgebieten aus, die Wolken weiträumig auflösten, berichtet Böttcher.

Doch auch im Sommer wirkt der Wolkenloseffekt: Aus dem kühlen Meer verdunstet wenig Wasser. Deshalb bilden sich weniger Wolken als anderswo. Stattdessen herrscht Sonnenschein. Rostock gehört nicht nur zu den sonnenreichsten, sondern auch zu den niederschlagsärmsten Orten der 18 Orte im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich.

Rostock

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,2 1,9 7,9 17,0 10,0
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1737,6 151,5 572,1 690,9 324,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
614,0 131,1 128,1 202,8,6 151,8
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,4 0,9 6,9 16,2 9,7
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1686,5 137,4 527,7 706,5 315,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
589,0 123,9 129,9 189,0 147,9
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,8 +0,9 +1,0 +0,8 +0,3
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Saarbrücken / Saarland / Rheinland-Pfalz

Sonnige Sommer im Regenland

Das Saarland und weite Teile von Rheinland-Pfalz leiden unter sogenanntem Luvstau: Westwinde treiben Regenwolken gegen die Mittelgebirge, vor denen sie sich stauen. Im Frühjahr belegt Saarbrücken bei der Regenmenge den zweiten Platz der SPIEGEL-ONLINE-Rangliste, im Winter gar den ersten.

Auch übers Jahr nimmt die Region mit 886 Millimeter Niederschlag eine Spitzenposition ein. Für Trost sorgen außergewöhnlich sonnige Sommer und relativ milde Temperaturen das ganze Jahr über.

"Auch in Rheinland-Pfalz zeigen die Temperaturwerte nach oben", berichtet Meteorologe Böttcher. Frühling und Sommer seien einen halben bis einen Grad wärmer als vor 30 Jahren. Nur die Temperaturen im Herbst glichen noch denen vor dreißig Jahren. Die Klimaänderung wirke sich auf den Weinanbau aus: "Für manch traditionelle Rebsorten ist es inzwischen zu warm", sagt Böttcher (siehe Stuttgart / Baden-Württemberg).

Saarbrücken

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,5 1,6 9,2 17,4 9,6
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1690,6 180,9 505,8 677,1 327,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
885,7 232,2 200,4 219,6 233,4
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,9 1,1 8,5 16,8 9,3
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1660,8 165,6 488,4 669,9 336,9
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
862,9 210,6 207,0 228,0 217,5
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,5 +0,7 +0,7 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Schleswig / nördliches Schleswig-Holstein

Sonne im Frühling, Regen im Herbst

Während direkt an der Küste und auf den Inseln Sonnenrekorde aufgestellt werden, trübt sich im Landesinneren Schleswig-Holsteins das Wetter oft ein. "Die Niederschlagsgebiete intensivieren sich, wenn sie von See her auf Land treffen", erläutert Meteorologe Frank Böttcher. Schleswig hält den Regenrekord aller 18 Städte im SPIEGEL-ONLINE-Vergleich. "In den Bergen regnet es aber häufiger", tröstet Böttcher.

Gerade im Herbst stürmt eine Regenfront nach der anderen über Schleswig-Holstein: Nirgendwo in Deutschland regnet es zu dieser Jahreszeit mehr als zwischen Kiel und Husum. Gleichzeitig fällt der Herbst dort besonders düster aus mit nicht mal 300 Sonnenstunden von September bis November.

Indes: Im Frühling ist Schleswig-Holstein sonniger als die meisten anderen Regionen Deutschlands. Norddeutschland zeige zudem "einen Trend zu trockneren April-Monaten", berichtet IWK-Meteorologe Frank Böttcher.

Und jetzt kommt auch noch die Klimaerwärmung hinzu: Im Frühjahr hätten sich Kiel und Lübeck im Vergleich mit dem Zeitraum 1961 bis 1990 um ein Grad erwärmt. Die Sommer seien dort um 0,6 Grad wärmer geworden, sagt Böttcher.

Schleswig

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,6 1,6 7,5 16,0 9,3
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1611,4 150,3 521,7 639,9 299,7
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
890,9 217,8 163,2 254,1 255,6
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,0 0,9 6,7 15,4 9,1
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1598,3 148,8 496,8 659,1 293,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
925,7 217,5 177,0 250,5 280,8
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,8 +0,9 +0,6 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Schwerin / Mecklenburg-Vorpommern (ohne Küste)

Rausgeh-Wetter mit frischer Brise

Das Landesinnere Mecklenburg-Vorpommerns ist geprägt von frischem Wind. Der sorgt für wechselhaftes Wetter. Allerdings fällt in Mecklenburg-Vorpommern deutlich weniger Regen als im Großteil Deutschlands - die größere Distanz zur Wetterküche Atlantik, wo regenreiche Tiefdruckgebiete geboren werden, macht sich bemerkbar.

Insbesondere der Herbst fällt etwa in Schwerin äußerst trocken aus. Die neuen Daten zeigen, dass Herbstspaziergänge im Großraum Schwerin nun noch länger dauern dürfen als im Zeitraum 1961 bis 1990 ohnehin schon - die Region gehört im Herbst mittlerweile zu den niederschlagsärmsten der Republik.

Auch im Frühling scheint der Datenauswertung des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation im Landesvergleich ausgesprochen häufig die Sonne.

Schwerin

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,0 1,2 8,4 17,0 9,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1656,1 153,3 539,4 645,3 318,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
644,3 150,3 138,3 199,8 156,0
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,4 0,4 7,5 16,3 9,2
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1596,6 141,9 502,2 648,6 303,0
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
620,3 134,1 139,5 190,5 156,6
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,8 +0,9 +0,7 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Stuttgart / Baden-Württemberg

Gute Zeiten für Winzer

Der Datensatz für Stuttgart erwies sich leider als unvollständig - die Sonnenscheindaten waren unbrauchbar (siehe Tabelle unten). Ältere Datensätze zeigen gleichwohl, dass in der baden-württembergischen Landeshauptstadt überdurchschnittlich viel Sonne scheint, übers Jahr gesehen und insbesondere im Sommer.

Die Klimaerwärmung hat den neuen IWK-Daten zufolge vor allem die Temperaturen im Frühling und Sommer steigen lassen - um ein Grad im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990.

Die Winzer haben darauf schon reagiert: In Baden-Württemberg hat der Wechsel der Weinsorten begonnen. Wo früher Trollinger und Lemberger wuchsen, werden jetzt auch Wärme liebende Rotweinsorten wie Syrah und Cabernet angebaut. Die Zeiten für Traubenblüte, Reife und Ernte hätten sich mittlerweile um rund zwei Wochen nach vorne verschoben, berichten Winzer.

Die Weinblüte an Johanni am 24. Juni - früher ein großes Fest - wurde inzwischen von der Klimaerwärmung vorverlegt: Die Rebstöcke blühen nun schon Anfang Juni. Dementsprechend beginnt auch die Weinlese im Herbst früher. Weil es im Winter seltener strengen Frost gibt, werde Rebstöcke widerstandsfähiger und älter. Das bedeutet: Der Wein schmeckt besser.

Stuttgart

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,4 1,1 9,2 17,8 9,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
keine Daten
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
716,8 127,2 183,3 240,6 165,6
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,6 0,3 8,2 16,8 8,9
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
keine Daten
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
718,9 133,8 185,1 244,8 154,8
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,8 +0,8 +1,0 +1,0 +0,5
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK

Sylt / Nordfriesische Inseln

Sonnenrekorde bei ssssteifer Brise

Die Nordseeinseln gehören zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Besonders im Frühling und Sommer werden sie mit schönem Wetter verwöhnt.

Die Nordsee profitiere davon, dass Tiefdruckgebiete oft schnell vorbeiziehen, berichtet Meteorologe Frank Böttcher: "Die Durchmischung der Luftschichten ist groß." Deshalb gebe es dort seltener eine geschlossene Wolkendecke - und öfters gutes Wetter.

Allerdings führt die oftmals "ssssteife Brise" auch dazu, dass sich die Luft kälter anfühlt als sie eigentlich ist. Im Herbst kommt zur Frische noch der Regen: Dann ist die Nordseeküste das niederschlagsreichste Gebiet Deuschlands.

List (Sylt)

(Aktuelles Klima)
Mittelwerte1980 - 2009
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
9,0 2,4 7,4 16,0 10,4
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1723,2 172,8 562,2 673,8 314,4
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
721,3 161,4 116,4 194,1 249,3
Mittelwerte
1961 - 1990
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
8,4 1,6 6,5 15,4 10,1
Sonnenscheindauer in Stunden
(Summe)
1714,0 164,7 542,4 705,3 301,8
Regenmenge in Millimeter
(Summe)
745,3 164,1 126,0 190,2 265,2
Vergleich
beider
Zeiträume
Jahr Winter Frühling Sommer Herbst
Temperatur
(Durchschnitt)
+0,6 +0,9 +0,9 +0,6 +0,2
Quelle: Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK
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