Neuer Rekord Franzose berechnet Pi auf 2,7 Billionen Ziffern

Mathematiker werden gern von einem sportlichen Ehrgeiz getrieben. Etwa wenn es darum geht, die Nachkommastellen der Kreiszahl Pi zu berechnen. Ein Franzose hat einen neuen Rekord aufgestellt: Auf 2,7 Billionen Ziffern genau hat er Pi bestimmt - mit einem handelsüblichen PC.
Zahlenwirrwarr: Die Kreiszahl Pi hat unendlich viele Dezimalstellen

Zahlenwirrwarr: Die Kreiszahl Pi hat unendlich viele Dezimalstellen

Foto: AP

Paris - Kaum eine andere Zahl hat Menschen und Mathematiker in ihrer Geschichte mehr beschäftigt als die Kreiszahl Pi. Sie gibt das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser an. Die Jagd nach ihrem genauen Wert begann schon vor dem Zeitalter der alten Griechen. Erst dem griechischen Mathematiker Archimedes gelang es um 250 vor Christus, die Zahl mathematisch zu definieren. Seit jeher haben sich die Versuche zur größtmöglichen Annäherung an die exakte Zahl zu einer regelrechten Rekordjagd entwickelt.

Jetzt beansprucht ein Franzose den Weltrekord für die Berechnung der Kreiszahl Pi. Er habe die mathematische Konstante auf 2,7 Billionen Dezimalstellen genau ermittelt, sagte der Software-Ingenieur Fabrice Bellard. Dies seien 123 Milliarden Stellen mehr als der bisherige Rekordhalter, der japanische Professor Daisuke Takahashi, aufweisen könne.

Pi ist eine irrationale Zahl. Das bedeutet unter anderem, die Darstellung der Nachkommastellen ist immer unendlich lang. 3,14159 - das sind die ersten fünf Stellen nach dem Komma. Manche Gedächtniskünstler vermögen sich mehrere tausend Stellen zu merken. Auch das ist ein sportlicher Ehrgeiz, der sich um die geheimnisvolle Kreiszahl entsponnen hat.

Takahashi nutzte für seinen Rekord im August 2009 einen Supercomputer - dieser benötigte 29 Stunden, um 2,577 Billionen Dezimalstellen zu ermitteln. Bellard verwendete dagegen nach eigenen Angaben einen handelsüblichen PC für rund 2000 Euro. Allerdings war dieser etwas langsamer unterwegs: Mehr als hundert Tage habe die riesige Rechenaufgabe mit dem PC gedauert.

Bellard sagte, er sei an Pi an sich eigentlich "nicht sonderlich interessiert" gewesen. Es sei ihm mehr um die Herausforderung gegangen, Software für die Mammutrechnung zu entwickeln. "Algorithmen so zu optimieren, dass sie gute Leistungen bringen, ist eine schwierige Programmieraufgabe", sagte der Software-Berater, der sich auf digitales Fernsehen spezialisiert hat.

cib/AFP
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