Massensterben Mehr als 400 Wale stranden in Neuseeland

Es ist eines der schlimmsten Walsterben in der Geschichte Neuseelands: Nachdem rund 275 Grindwale nach einer Strandung bereits verendet sind, versuchen Hunderte Helfer, die überlebenden Tiere zu retten.


Hunderte Wale sind in der Nacht an einem abgelegenen Strand in Neuseeland gestrandet. Als Helfer die Tiere am Freitagmorgen fanden, waren Dutzende Grindwale bereits tot. Insgesamt 416 Tiere zählte die Naturschutzbehörde DOC an einem Strand der Landzuge Farewell Spit. Es ist damit die drittschlimmste Walstrandung in der Geschichte des Landes.

Mit Hilfe von mehr als 500 Freiwilligen versuchten DOC-Mitarbeiter, die noch lebenden Wale zu retten. Sie deckten sie zu und kippten Meerwasser über die Körper der Tiere, um sie kühl und feucht zu halten. Als die Flut kam, zogen die Helfer rund 50 Tiere in tieferes Wasser. Der Großteil strandete jedoch direkt wieder oder kehrte ins flache Wasser zurück - womöglich, weil sie ihre Gruppe nicht verlassen wollen. Lediglich rund zehn bis 20 Tiere blieben im Meer. Die nächste realistische Chance, die Wale zu retten, ist erst am Samstag. Am Strand sind laut DOC-Angaben etwa 80 bis 90 Grindwale am Leben. Bislang sind 276 Tiere gestorben, zunächst war von bereits 300 toten Walen berichtet worden.

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Neuseeland: Walsterben am Farewill Spit

"Es ist erschütternd, so viele tote Wale zu sehen", sagte DOC-Rangerin Kath Inwood. Ihren Angaben zufolge unterstützten etliche Menschen aus der Gegend die Rettungsversuche, es kamen aber auch Helfer aus anderen Teilen des Landes. Der nächstgelegene größere Flughafen in Nelson ist rund zweieinhalb Stunden von dem Strand entfernt. Die DOC und die Walschutzorganisation Project Jonah hatten um Hilfe durch Freiwillige gebeten, derzeit sind jedoch keine weiteren Helfer nötig.

Die Kadaver von ausgewachsenen Walen und Jungtieren lagen über Hunderte Meter verteilt am Strand, als sie an der Landzuge Farewell Spit an der Nordspitze der Südinsel Neuseelands gefunden wurden. Nach Angaben der neuseeländischen Naturschutzbehörde gab es seit mehr als drei Jahrzehnten kein solches Walsterben mehr. Warum die Wale an Land schwammen, konnte zunächst nicht geklärt werden. Project Jonah äußerte die Vermutung, dass es eine Kombination aus ungewöhnlich hohen Temperaturen und Erkrankungen sein könnte. Möglicherweise war auch das Echolot-System der Tiere durch Unterwasserlärm gestört.

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Neuseeland: Walsterben am Farewill Spit

Im Februar 2015 waren am Strand von Farewell Spit bereits schon einmal 200 Grindwale gestrandet. Damals konnten 60 Tiere wieder ins Meer zurückgebracht werden. Auf den neuseeländischen Chatham Islands waren 1918 sogar tausend Wale gestrandet, in Auckland 1985 etwa 450 Tiere.

Grindwale - auch Pilotwale genannt - werden bis zu acht Meter lang. Männliche Tiere können ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreichen. Die Säuger bevorzugen gemäßigte und kalte Gewässer. Auf der Südhalbkugel sind sie in allen Ozeanen zu finden, auf der Nordhalbkugel nur im Atlantik.

max/AP/dpa



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