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Neuseeland: Zum Hirnjogging ins "Road Side Gym"

Foto: DPA/ West Coast Tourism

Unterbeschäftigte Keas Neuseeland startet Therapie für Problemvögel

Keas sind bekannt für ihren Hang zu Faxen und Schabernack. Doch wenn die Vögel in Neuseeland Verkehrszeichen verschieben, wird es gefährlich. Dagegen gibt es nun Beschäftigungstherapien auf speziellen Vogel-Spielplätzen.

Auf der Südinsel von Neuseeland lebt ein Vogel, der mit seinem olivgrünen Federkleid eher unauffällig ist - der Kea (Nestor notabilis). Doch das Tier, eine der wenigen Papageienarten außerhalb der Tropen, ist schlau. Manchen vielleicht sogar ein bisschen zu schlau. Was aber vielleicht noch problematischer ist: Wenn den Bergpapageien langweilig wird, dann treiben sie so manchen Schabernack. Und ihnen wird schnell langweilig.

Mit ihren kräftigen Schnäbeln schnappen sie sich immer wieder alle möglichen Sachen: Brieftaschen oder das eine oder andere Pausenbrot von abgelenkten Touristen, 2009 wurde ein Fall bekannt, bei dem ein dreister Papagei den Pass eines schottischen Touristen aus einem Reisebus klaute.

Doch die Krawallvögel haben auch schon für gefährliche Situationen im Straßenverkehr und auf Baustellen gesorgt. Im November 2016 etwa fanden Bauarbeiter Verkehrshütchen an merkwürdigen Stellen vor - offenbar hatte sie in ihrer Abwesenheit jemand verstellt.

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Videos von Überwachungskameras zeigten schließlich: Eine Schar von Keas hatte die Kegel nach Lust und Laune hin- und hergeschoben. Dies taten sie wahrscheinlich nur zu ihrer eigenen Unterhaltung. Doch ein örtliches Bauunternehmen hält die neugierigen Vögel für ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Auch wenn einige Experten der Ansicht waren, dass die Vögel die Hütchen absichtlich umgestellt hatten, um den Verkehr zu stoppen und bei Touristen Nahrung zu schnorren.

Naturschützer und Vogelfachleute waren bald der Meinung: Die Tiere brauchen Beschäftigung. Die sollen sie nun mit einer ungewöhnlichen Maßnahme bekommen, die den Faxen der gefiederten Bewohner einen Riegel vorschieben könnte: Spielplätze, auf denen die Tiere eine Art Hirnjogging machen können, sogenannte "Road Side Gyms". Auf der Südinsel stehen bereits drei spezielle Spielplätze am Straßenrand, die die Keas geistig beschäftigen sollen.

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Neuseeland: Zum Hirnjogging ins "Road Side Gym"

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Ausgestattet sind die Einrichtungen unter anderem mit Leitern, Schaukeln und Klettergerüsten. Über Kameras beobachten und analysieren Forscher der neuseeländischen Universität Canterbury das Treiben der Tiere auf den Spielplätzen. Sie hoffen, dadurch das Verhalten der Keas besser verstehen zu können.

"Die Kea-Turnstätten sind so konzipiert, dass sie Keas von gefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel Straßen, weglocken", sagt Tamsin Orr-Walker von der Kea-Schutzstiftung. Die Tierschützer hoffen, dass sich Keas durch die Beschäftigungstherapie seltener an menschlichem Eigentum vergreifen oder es beschädigen.

Hässliches Entlein, schöner Schwan

"Sie sind hochintelligente Problemlöser, die sich an die extrem raue Umwelt der Südinsel Neuseelands angepasst haben", sagt Orr-Walker. Obwohl Keas nicht wie einige andere Papageienarten sprechen können, soll ihre Intelligenz etwa der von Menschenaffen entsprechen.

Trotz des Unsinns, den die Tiere gelegentlich treiben, wählten die Neuseeländer den Kea 2017 zum "Vogel des Jahres", aber nicht jeder ist ein Fan. "Mindestens 150.000 Keas wurden nach der Aussetzung einer Regierungsprämie aufgrund von Konflikten mit Hochlandschafzüchtern getötet, bis sie 1986 unter vollen Artenschutz gestellt wurden", erklärt Orr-Walker. Die Bergpapageien mit dem smaragdgrünen Gefieder gelten landesweit als gefährdet. Schätzungen zufolge leben nur noch rund 5000 Keas in freier Wildbahn.

Von Jule Scherer, dpa/joe
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