Schwefelgrenzwerte Luft an deutschen Küsten ist sauberer

Wenn Schiffe über Nord- oder Ostsee fahren wollen, dürfen sie nur Treibstoff tanken, der wenig Schwefel enthält. Die strengen Grenzwerte zahlen sich aus, zeigen neue Messungen.
Frachter auf der Nordsee: Die Schwefeldioxidbelastung an der Küste ist seit 2014 um bis zu 70 Prozent zurückgegangen

Frachter auf der Nordsee: Die Schwefeldioxidbelastung an der Küste ist seit 2014 um bis zu 70 Prozent zurückgegangen

Foto: Michael Schöne/ STAR-MEDIA/ imago images/STAR-MEDIA

Dank strengerer Schwefelgrenzwerte für die Schifffahrt ist die Luft an den deutschen Küsten deutlich sauberer geworden. Die Schwefeldioxidkonzentration in der Atmosphäre sei im Vergleich zu 2014 um 50 bis 70 Prozent zurückgegangen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit.

Schwefeldioxid wird beim Verbrennen von Kohle und Öl freigesetzt. Es reizt Schleimhäute und Augen und war in den Achtzigerjahren mitverantwortlich für den sauren Regen.

Weitere Messstationen geplant

Seit Anfang 2015 dürfen Schiffe nur auf Nord- und Ostsee fahren, wenn ihr Treibstoff höchstens 0,1 Prozent Schwefel enthält. Weltweit gilt ein Grenzwert von 0,5 Prozent.  


Offenbar halten sich die Schiffsbetreiber an die Vorgaben. Die deutschen Messstationen in Bremerhaven, Wedel bei Hamburg und Kiel analysierten seit 2018 mehr als 19.000 Abgasfahnen von Schiffen. Bei über 99 Prozent der Messungen seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden, hieß es. Ein ähnliches Ergebnis brachte eine probeweise Untersuchung auf dem Meer.

Die Überwachung soll ausgebaut werden. Eine neue Messstation ist in Rostock geplant. In den deutschen Häfen sollen die Abgase von Geräten auf Pkw-Anhängern erfasst werden. Auch das neue Forschungsschiff des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie wird eine Messstation an Bord haben. Die "Atair" soll Ende Mai in Hamburg in Dienst gestellt werden.

koe