Nord- und Ostsee Umweltschützer kritisieren Meeres-Nutzungsplan

Der WWF schlägt Alarm: Der erste Raumordnungsplan für die deutschen Meeresgebiete nimmt aus Sicht der Umweltschützer zu viel Rücksicht auf Schifffahrt, Fischerei und Energiegewinnung. Das Ökosystem werde überlastet.
Von Christian Schwägerl

Dem deutschen Meeresgebiet könnte nach Einschätzung der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) eine ungebremste Übernutzung bevorstehen. Hintergrund ist der erste Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee, den das Bundesamt für Seeschifffahrt ausgearbeitet hat.

Der Plan legt für lange Zeit fest, nach welchen Regeln und Kriterien die Meeresgebiete genutzt werden können. Laut WWF werden der Schifffahrt, Fischerei und Energiegewinnung dabei absolute Priorität eingeräumt.

Der Schutz der Meeresumwelt spiele dagegen keine Rolle, kritisiert die Umweltorganisation in einer noch unveröffentlichten Stellungnahme. Es sei "nicht eine einzige verbindliche Zielvorgabe zum Schutz der Meeresumwelt" formuliert worden.

So gebe es für den Schiffsverkehr keinerlei Auflagen im Raumordnungsplan, auch nicht für die Fahrt durch europäische Naturschutzgebiete. Außerdem fehle die Pflicht zu Umweltverträglichkeitsprüfungen.

Dass im Umweltteil des Plans die Passage zu Nord- und Ostsee zu fast 100 Prozent identisch seien, zeige, wie wenig Mühe sich die Autoren gegeben hätten. "Das deutsche Meeresgebiet droht zum Industriegebiet zu verkommen", warnt der WWF-Meeresfachmann Uwe Johannsen.

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