Nordsee Fangquote für Kabeljau halbiert

Um etliche Fischbestände in der Nordsee steht es extrem schlecht. Die EU-Fischereiminister haben sich nun auf Einschnitte bei den Fangquoten geeinigt. Nur bei zwei Arten darf mehr gefischt werden.
Neue Fangquoten für die Nordsee: 39.400 Tonnen Hering für Deutschland

Neue Fangquoten für die Nordsee: 39.400 Tonnen Hering für Deutschland

Foto: Büttner/ZB/dpa

Deutsche Nordsee-Fischer müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich niedrigere Kabeljau- und Seelachs-Fangmengen einstellen. Darauf einigten sich die EU-Fischereiminister in Brüssel. Bei anderen wichtigen Fischarten - etwa bei der Makrele - ist hingegen ein deutliches Plus vorgesehen. Die EU-Kommission sieht ihre Nachhaltigkeitsziele erreicht, Umweltschützer übten allerdings Kritik an den Quoten.

Der Überblick:

  • Beim Kabeljau ist demnach nun eine Reduzierung der erlaubten Fangmenge um 50 Prozent vorgesehen. Auf Deutschland entfallen dann noch rund 1600 Tonnen.
  • Beim Seelachs ist ein Minus von 15 Prozent geplant (rund 8300 Tonnen).
  • Der Makrelen-Fang kann hingegen deutlich ausgeweitet werden. Die Minister hoben die erlaubte Fangmenge hier um 41 Prozent an. Auf Deutschland entfallen dann rund 23.400 Tonnen.
  • Im Jahr 2020 ist nun auch vorgesehen, die Obergrenze für Scholle um drei Prozent zu reduzieren. Beim Schellfisch ist dagegen ein Plus von 23 Prozent geplant.
  • Beim für Deutschland ebenfalls wichtigen Hering bleibt die erlaubte Fangmenge hingegen mit rund 39.400 Tonnen unverändert. Im vorigen Jahr hatte es hier bereits deutliche Einschränkungen gegeben.

Die EU-Staaten legen jedes Jahr die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen für die Nordsee und den Nordost-Atlantik fest. Auf dieser Basis entfallen auf die einzelnen Länder durch festgeschriebene Verteilungsschlüssel die jeweils nationalen Fangmengen. Mitte Oktober einigten sich die EU-Fischereiminister bereits auf niedrigere Fangquoten in der Ostsee.

Die EU-Kommission schlägt die Quoten in der Regel auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen vor. In den anschließenden Verhandlungen geht es dann darum, die Interessen der Fischfangindustrie gegen Umweltbelange abzuwägen und den Fortbestand der Fischarten zu sichern. Die Fangquoten gelten jeweils für ein Jahr.

"Einige der Lösungen sind schmerzhaft"

Die Obergrenzen gelten für einzelne Fischbestände - das heißt für eine Fischart in einem bestimmten Meeresgebiet. Wenn die erlaubte Fangmenge erreicht ist, muss das jeweilige Land den Fischfang dort vorübergehend einstellen.

"Einige dieser Lösungen sind schmerzhaft", sagte der finnische Minister Jari Leppä. Vor allem beim Kabeljau seien wegen des schlechten Zustands der Bestände Einschnitte nötig gewesen. "Die Flotten werden kommendes Jahr auf einem Level fischen, das die Erholung der Bestände ermöglicht", sagte der neue EU-Fischereikommissar Virginijus Sinkevicius.

koe/dpa
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