Ölkatastrophe 2010 Kläger werfen BP vorsätzliche Täuschung vor

Schwere Vorwürfe gegen BP: Der britische Ölkonzern soll nach der Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" falsche Angaben über das Ausmaß der Katastrophe gemacht haben, sagen Kläger. Jetzt muss ein Gericht entscheiden.

Brennende Ölplattform (22. April 2010): Falsche Angaben über Ölfluss?
AFP

Brennende Ölplattform (22. April 2010): Falsche Angaben über Ölfluss?


Washington - Im Prozess gegen den britischen Ölriesen BP wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 werfen die Kläger dem Konzern vorsätzliche Täuschung vor. Bei der Verhandlung steht die Frage im Mittelpunkt, wie viel Öl tatsächlich damals nach der Explosion der von BP geleasten Plattform "Deepwater Horizon" ins Meer sprudelte. Am Montag begann in New Orleans (US-Staat Louisiana) die zweite Phase des Verfahrens.

"BP hat absichtlich, mit dem Vorsatz der Täuschung, falsche Angaben über seine Kenntnis des Ölflusses gemacht", heißt es der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge in einem Gerichtspapier der Klägerseite. Als Folge sei das Leck erst Wochen später versiegelt worden, als dies ursprünglich möglich gewesen sei.

BP spricht Bloomberg zufolge von etwa 390 Millionen Liter ausgelaufenen Öls, die US-Regierung von 668 Millionen - das sind 71 Prozent mehr. Die ausgetretene Ölmenge könnte die Höhe drohender Buß- und Strafgelder für den Konzern erheblich beeinflussen. Außerdem soll untersucht werden, ob BP alles Mögliche und Nötige getan hat, um den Ölfluss einzudämmen.

Die erste Phase des Prozesses hatte im Februar begonnen. Darin wurde im Kern untersucht, ob und in welchem Ausmaß sich BP und mehrere mitangeklagte Firmen fahrlässig verhalten haben. Die Mitangeklagten in diesem ersten Abschnitt waren das Schweizer Unternehmen Transocean als Besitzer der Plattform und der US-Erdöldienstleister Halliburton, der unter anderem für das Mischen des Zements für die Schließung des Bohrloches zuständig war. In der zweiten Phase geht es jetzt ausschließlich um BP. Transocean und Halliburton haben sich in diesem Abschnitt auf die Seite der Kläger geschlagen.

Bei der Explosion der "Deepwater Horizon" waren im März 2010 elf Arbeiter getötet worden. Es dauerte 87 Tage, bis der Ölfluss gestoppt wurde. Weite Küstenabschnitte von Florida bis Texas wurden verschmutzt.

hda/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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nano-thermit 01.10.2013
1. Das wird je gaaaanz hart Strafe...
100 Millionen... Viel zu wenig! Dicht machen, Ende. Leider gehört BP den Inhabern der Zentralbanken, also des Geldes. Also passiert in diesem Fall nichts.
querdenker13 01.10.2013
2. Tricksen & Täuschen
Zitat von sysopAFPSchwere Vorwürfe gegen BP: Der britische Ölkonzern soll nach der Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" falsche Angaben über das Ausmaß der Katastrophe gemacht haben, sagen Kläger. Jetzt muss ein Gericht entscheiden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/oelkatastrophe-2010-klaeger-werfen-bp-vorsaetzliche-taeuschung-vor-a-925521.html
Wer hat denn erwartet das die Beklagten Frimen mit der Wahrheit rausrücken würden? Ernsthaft wohl niemand. Das Tricksen und das Täuschen gehören doch zum Alltag, insbesondere wenn es um Milliarden von Schadensersatz geht.
Modest 01.10.2013
3. Mit Respekt
Die Technik von heute verdient gewiss Respekt, doch der Mensch hat nicht die Kompentenz die Natur in Willkür zu vergewaltigen. Die Konsquenzen aus einem fremdbestimmten Selbstbewußtsein bringen immer wieder Bedenklichkeiten an die Öffentlichkeit. Die Sorgen haben reichlich zugenommen.
dafor 01.10.2013
4. Prozentrechnung ...
Zitat von sysopAFPSchwere Vorwürfe gegen BP: Der britische Ölkonzern soll nach der Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" falsche Angaben über das Ausmaß der Katastrophe gemacht haben, sagen Kläger. Jetzt muss ein Gericht entscheiden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/oelkatastrophe-2010-klaeger-werfen-bp-vorsaetzliche-taeuschung-vor-a-925521.html
scheint nicht eine Ihrer Stärken zu sein.
flitzpane 01.10.2013
5. Schon damals war doch klar, das die BP-Führung...
überfordert ist (http://pingumania.wordpress.com/2010/09/24/ozapft-is-neue-daten-zur-bp-olkatastrophe/) oder mit krimineller Energie die Sache verschleppt. Aber wir alle tragen diese Machenschaften durch unser tägliches Verhalten mit...
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