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21. November 2013, 13:35 Uhr

Ölunfall in Ostfriesland

Geöffnete Deiche sollen verschmutzte Ufer reinigen

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40 Kubikmeter Öl sind aus einem Speicher in Ostfriesland ausgelaufen. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch die Umweltverschmutzung bleibt. Jetzt soll sich die Verursacherfirma um die Schäden kümmern.

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis das Öl in Ostfriesland weitestgehend beseitigt ist. Doch die Lage ist unter Kontrolle, berichten die Landkreise Wittmund und Friesland. Am Donnerstag wird die Feuerwehr die Ölschäden an die Verursacherfirma IVG Caverns übergeben, die für den Schaden haftet.

"Im Prinzip geht alles weiter wie bisher", sagt Hans Hinrichs, Pressesprecher des Landkreises Wittmund, in dem die Verursacherfirma ihren Sitz hat. Die Einsatzabschnitte würden nun von der IVG und einer Fachfirma überwacht und weiteres Öl, falls möglich, abgesaugt. "Vor Ort begleitet werden die Arbeiten aber weiterhin durch die Wasserbehörden von Friesland und Wittmund."

Keine Gefahr für die Nordsee

Am Sonntag waren aus einem Kavernenspeicher in Etzel bis zu 40 Kubikmeter Öl durch eine offenstehende Entlüftungsanlage ausgelaufen und hatten umliegende Gewässer verschmutzt. Derzeit treibe noch etwa ein Viertel der ursprünglich ausgetretenen Ölmenge auf Gewässern oder klebe am Ufer, teilte der Landkreis Wittmund am Mittwoch mit. 75 Prozent des Öls sei abgesaugt worden.

"Es sieht so aus, als sei die Lage im Griff", berichtete der Sprecher des Landkreises Friesland, Sönke Klug, am Mittwoch. An den Gewässern Friedeburger Tief und Ellenserdammertief seien in den vergangen Tagen nach der Entdeckung einer neuen Verschmutzung weitere Ölsperren eingerichtet worden. So soll verhindert werden, dass das Wasser Zuflüsse zur Nordsee erreicht. 75 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz. "Auch in der Nacht auf Donnerstag wurde eine Sperre im Landkreis Friesland zur Sicherheit zusätzlich verstärkt", berichtet Hinrichs.

Ölverschmierte Pflanzen sollen entfernt werden

Am Vormittag wurden die Siele in den Deichen an der Nordsee geöffnet, so dass Wasser aus dem Hinterland ablaufen kann, berichtet Hinrichs. Möglicherweise kann dadurch weiteres Öl abgepumpt werden. Man könne sich das so vorstellen, dass durch die geöffneten Deichschleusen ein Zug entstehe, der Ölreste oder Verklumpungen an den betroffenen Gewässern löse. "Das Öl fließt dann zu den Ölsperren, bleibt hängen und kann entfernt werden."

Im nächsten Schritt sollen mit Öl verschmierte Büsche und Sträucher entfernt werden. "Dann müssen wir sehen, wie viel Boden weggenommen werden muss", sagt Hinrichs. Die Anlage, an der das Öl ausgetreten war, ist in der Zwischenzeit saniert worden. Wie lange die Landkreise Friesland und Wittmund noch mit den Ölschäden zu kämpfen haben werden, ist unklar. Die Gefahr sei noch nicht gebannt, sagte Klug: "Wir müssen weiter aufpassen: Öl ist eine tückische Sache. Jeder Tropfen im Wasser ist einer zu viel."

Mit Material von dpa

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