Ölunfall in Ostfriesland Geöffnete Deiche sollen verschmutzte Ufer reinigen

40 Kubikmeter Öl sind aus einem Speicher in Ostfriesland ausgelaufen. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch die Umweltverschmutzung bleibt. Jetzt soll sich die Verursacherfirma um die Schäden kümmern.

DPA

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Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis das Öl in Ostfriesland weitestgehend beseitigt ist. Doch die Lage ist unter Kontrolle, berichten die Landkreise Wittmund und Friesland. Am Donnerstag wird die Feuerwehr die Ölschäden an die Verursacherfirma IVG Caverns übergeben, die für den Schaden haftet.

"Im Prinzip geht alles weiter wie bisher", sagt Hans Hinrichs, Pressesprecher des Landkreises Wittmund, in dem die Verursacherfirma ihren Sitz hat. Die Einsatzabschnitte würden nun von der IVG und einer Fachfirma überwacht und weiteres Öl, falls möglich, abgesaugt. "Vor Ort begleitet werden die Arbeiten aber weiterhin durch die Wasserbehörden von Friesland und Wittmund."

Keine Gefahr für die Nordsee

Am Sonntag waren aus einem Kavernenspeicher in Etzel bis zu 40 Kubikmeter Öl durch eine offenstehende Entlüftungsanlage ausgelaufen und hatten umliegende Gewässer verschmutzt. Derzeit treibe noch etwa ein Viertel der ursprünglich ausgetretenen Ölmenge auf Gewässern oder klebe am Ufer, teilte der Landkreis Wittmund am Mittwoch mit. 75 Prozent des Öls sei abgesaugt worden.

"Es sieht so aus, als sei die Lage im Griff", berichtete der Sprecher des Landkreises Friesland, Sönke Klug, am Mittwoch. An den Gewässern Friedeburger Tief und Ellenserdammertief seien in den vergangen Tagen nach der Entdeckung einer neuen Verschmutzung weitere Ölsperren eingerichtet worden. So soll verhindert werden, dass das Wasser Zuflüsse zur Nordsee erreicht. 75 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz. "Auch in der Nacht auf Donnerstag wurde eine Sperre im Landkreis Friesland zur Sicherheit zusätzlich verstärkt", berichtet Hinrichs.

Ölverschmierte Pflanzen sollen entfernt werden

Am Vormittag wurden die Siele in den Deichen an der Nordsee geöffnet, so dass Wasser aus dem Hinterland ablaufen kann, berichtet Hinrichs. Möglicherweise kann dadurch weiteres Öl abgepumpt werden. Man könne sich das so vorstellen, dass durch die geöffneten Deichschleusen ein Zug entstehe, der Ölreste oder Verklumpungen an den betroffenen Gewässern löse. "Das Öl fließt dann zu den Ölsperren, bleibt hängen und kann entfernt werden."

Im nächsten Schritt sollen mit Öl verschmierte Büsche und Sträucher entfernt werden. "Dann müssen wir sehen, wie viel Boden weggenommen werden muss", sagt Hinrichs. Die Anlage, an der das Öl ausgetreten war, ist in der Zwischenzeit saniert worden. Wie lange die Landkreise Friesland und Wittmund noch mit den Ölschäden zu kämpfen haben werden, ist unklar. Die Gefahr sei noch nicht gebannt, sagte Klug: "Wir müssen weiter aufpassen: Öl ist eine tückische Sache. Jeder Tropfen im Wasser ist einer zu viel."

Mit Material von dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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glaubenstrichter 21.11.2013
1. optional
Hier wird etwas Kleingeredet - was außerdem nicht an die Öffentlichkeit kommen darf. Es muss und wird etwas Größeres passiert sein. Etzels Kavernenleitung hat versagt. Eigentlich müssten hier Spezialisten diese Kavernen führen - dass technische know how speziell hierfür ist vorhanden. Warum haben die leitenden Personen darauf nicht reagieren können. Welche Umweltschäden sind vorhanden, für die Landwirte, für das Grundwasser, für die Nordsee und für die betroffenen Bürger. Also was darf hier nicht an die Öffentlichkeit kommen!
drsuelz 21.11.2013
2. Schweinerei!
Man weiß ja immer noch nicht: war das ein Unfall oder Versehen (was ja theoretisch nie passieren kann!) oder doch Sabotage? Auf jeden Fall eine Riesenschweinerei. Und das waren "nur" 40 Kubikmeter Öl. Wenn man erahnt, was da allein in Etzel oder Coldewei gelagert wird, mag man nicht so recht weiterdenken, was noch alles passieren könnte. Und der ganze Dreck war gestern schon bis Ellenserdammersiel angekommen, das ist nicht mehr weit bis Petershörn oder Dangast, und da beginnt bekanntlich das Wattenmeer. Ich hoffe, die Verantwortlichen bekommen eins auf den Deckel!
Ratzbär 21.11.2013
3. Menge
Zitat von drsuelzMan weiß ja immer noch nicht: war das ein Unfall oder Versehen (was ja theoretisch nie passieren kann!) oder doch Sabotage? Auf jeden Fall eine Riesenschweinerei. Und das waren "nur" 40 Kubikmeter Öl. Wenn man erahnt, was da allein in Etzel oder Coldewei gelagert wird, mag man nicht so recht weiterdenken, was noch alles passieren könnte. Und der ganze Dreck war gestern schon bis Ellenserdammersiel angekommen, das ist nicht mehr weit bis Petershörn oder Dangast, und da beginnt bekanntlich das Wattenmeer. Ich hoffe, die Verantwortlichen bekommen eins auf den Deckel!
Unabhängig davon, was das nds. Bergamt (unter dessen Aufsicht Etzel steht) wusste: Wie konnte dem Betreiber gestattet werden, die technischen Überprüfungsrunden aus Kostengründen nachts einzustellen? Abgesehen davon: 40 m³ sind jetzt wirklich nicht die Welt. - Wenn irgendwo in der Republik ein Tanklaster mit 30 m³ Treibstoff ausläuft, schafft es die Meldung kaum über regionale Zeitungen hinaus. Wir alle wollen Benzin, Heizöl, Diesel. - Bei den Mengen, die täglich über dt. Straßen rollen oder hin und her gepumpt werden, passiert erstaunlich wenig.
frankaurich 21.11.2013
4. Nix vertuscht und nix klein geredet
Hier wird nichts vertuscht und auch nichts klein geredet. Warum auch? Es sind ungefähr 40 Kubikmeter Öl ausgelaufen - das sieht übel aus, ist es auch, aber mit "echten" Ölkatastrophen nicht zu vergleichen. Die Reinigung wird einen einstelligen MillionenBetrag kosten - das deckt die Haftpflichtversicherung ab. Und vertuscht wird hier gar nichts. Feuerwehr, Landkreis, Polizei, Bergamt, Staatsanwaltschaft und jede Menge Presse sind schliesslich vor Ort. Aber manchen Leuten passt es eben nicht ins Weltbild, dass der angebliche Skandal nur ein Ölunfall ist.
Ratzbär 22.11.2013
5. Einsparung
Zitat von frankaurichHier wird nichts vertuscht und auch nichts klein geredet. Warum auch? Es sind ungefähr 40 Kubikmeter Öl ausgelaufen - das sieht übel aus, ist es auch, aber mit "echten" Ölkatastrophen nicht zu vergleichen. Die Reinigung wird einen einstelligen MillionenBetrag kosten - das deckt die Haftpflichtversicherung ab. Und vertuscht wird hier gar nichts. Feuerwehr, Landkreis, Polizei, Bergamt, Staatsanwaltschaft und jede Menge Presse sind schliesslich vor Ort. Aber manchen Leuten passt es eben nicht ins Weltbild, dass der angebliche Skandal nur ein Ölunfall ist.
... der m. M. nach vermutlich nur deshalb passieren konnte, weil aus Kostengründen auf nächtliche Kontrollen verzichtet wurde und kaum erfahrenes Leitungspersonal eingestellt ist.
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