Schutzschicht der Erde Forscher melden großes Ozonloch über der Antarktis

Noch im vergangenen Jahr war das Ozonloch sehr klein. Jetzt melden Experten einen der stärksten Ozonrückgänge in den vergangen 15 Jahren. Das liegt nicht nur an schädlichen Chemikalien.
Ozonloch über der Antarktis (grafische Darstellung)

Ozonloch über der Antarktis (grafische Darstellung)

Foto: dpa

Eines der größten und tiefsten Ozonlöcher der vergangenen 15 Jahre hält sich über der Antarktis. Es habe inzwischen seine maximale Ausdehnung erreicht, teilte der Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS)  im englischen Reading mit. Das Ozonloch in diesem Jahr sei dem von 2018  ähnlich, das auch groß gewesen sei, sagte der Chef der Organisation, Vincent-Henri Peuch.

Die Ozonschicht liegt in ungefähr 15 bis 35 Kilometern Höhe in der Stratosphäre. Sie schützt Lebewesen auf der Erde vor den schädlichen Auswirkungen ultravioletter Strahlung von der Sonne. Doch seit Jahrzehnten entsteht über der Antarktis im dortigen Frühling ein Ozonloch.

Es bildet sich üblicherweise im August, erreicht seine maximale Größe im Oktober und schließt sich im Dezember wieder. Das Ozonloch ist seit 1985 bekannt, für seine Entdeckung und Erforschung wurde 1995 der Chemie-Nobelpreis vergeben.

Die Situation in diesem Jahr zeige, wie wichtig das Montrealer Protokoll zum Verbot ozonschädlicher Substanzen sei, so Peuch. Zahlreiche Länder hatten sich in dem Abkommen von 1987 verpflichtet, die Produktion solcher Chemikalien schrittweise zu stoppen. Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für die Stoffe.

Polarwirbel beeinflussen Ozonloch

Die wichtigsten sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Sie stecken in Kühlschränken, Spraydosen und Feuerlöschern. 2019 wurde allerdings bekannt, dass Unternehmen in China den Bann dieser Chemikalien offenbar missachten. Darauf wiesen seit 2013 wachsende FCKW-Emissionen hin, berichteten Forscher (mehr dazu lesen Sie hier).

Wie groß das Ozonloch wird, hängt allerdings nicht nur davon ab, wie groß der Anteil ozonschädlicher Stoffe in großer Höhe ist, sondern auch von Schwankungen der Polarwirbel und der Temperaturen in der Stratosphäre. Diese spielten zuletzt eine große Rolle bei den Veränderungen des Ozonlochs.

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Das in diesem Jahr große und tiefe Loch werde durch einen starken, stabilen und kalten Polarwirbel bedingt, berichtet der Überwachungsdienst CAMS am Donnerstag. Noch im September 2019 war das Ozonloch aufgrund besonderer meteorologischer Bedingungen dagegen so klein wie zuletzt vor 30 Jahren. Im langfristigen Trend wird die Ozonschicht im antarktischen Frühjahr langsam immer weniger abgebaut. Wissenschaftler hoffen, dass sich das Ozonloch in den kommenden Jahrzehnten wieder ganz schließt.

jme/dpa
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