Paarungsverhalten Obst macht Fliegen heiß

Der Duft von Obst treibt Fruchtfliegen zur Paarung  - doch wie kommt es dazu? Experimente und die Analyse von Nervenzellen haben die Frage offenbar beantwortet: Die Fliegen besitzen einen speziellen Sensor für das betörende Aroma.

Paarung von Fruchtfliegen: Am liebsten im Obst
DDP / University of Exeter

Paarung von Fruchtfliegen: Am liebsten im Obst


Duftet es nach leckerem Obst, kennen männliche Fruchtfliegen kein Halten mehr: Sie beginnen heftig um weibliche Fliegen zu werben. Jetzt haben Forscher die Ursache des Phänomens ergründet. Die männlichen Fliegen besitzen demnach an Nervenzellen, die das Paarungsverhalten kontrollieren, einen speziellen Rezeptor für die Erkennung des Fruchtgeruchs. Die Kopplung sei aus evolutionärer Sicht sinnvoll, da die Paarung so an Orten eingeleitet wird, an denen am besten auch die Eier abgelegt werden: in der Nähe von reifen Früchten.

Fruchtfliegen kommunizieren wie viele andere Tiere unter anderem über chemische Duftstoffe. Auch das Paarungsverhalten wird mit Hilfe flüchtiger Substanzen - sogenannter Pheromone - koordiniert. Mitverantwortlich für die Kontrolle dieses Verhaltens ist das Gen "Fruitless" (FRU), das in Nervenzellen gebildet wird.

Die Forscher um Yael Grosjean von der Universität im schweizerischen Lausanne fanden nun heraus, dass einige Nervenzellen zusätzlich zu FRU den Rezeptor IR84a bilden. An ihn binden aromatische Substanzen wie Phenylessigsäure oder Phenylethanal, die in vielen Früchten und anderen Pflanzengeweben gebildet werden.

Sobald eine Bindung erfolgt, wird der von FRU gesteuerte Kreislauf in Gang gesetzt, der das Paarungsverhalten auslöst, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature". Ohne IR84a zeigten sich männliche Fruchtfliegen dagegen lustlos und desinteressiert an Weibchen. Ob auch andere Tiere einen eigenen Sensor für eine Art Aphrodisiakum aus der Umgebung haben, sei derzeit noch offen.

Die Wirkung von Lockstoffen für das Sexualverhalten von Tieren beschäftigt Biologen seit langem. Erst kürzlich hatten Experten herausgefunden, wie Tintenfisch-Weibchen potentielle Partner anlocken, ohne dass die Männchen in der Nähe sind.

boj/dpa



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betawa 29.09.2011
1. Klar
> großes Nahrungsangebot > es stehen genügen Ressourcen für die Reproduktion zur Verfügung (die Produktion von Eiern benötigt Rohstoffe udn Energie) und gleichzeitig steht auch Nahrung für die Nachkommen bereit Der Zeitpunkt ist also günstig für die Fortpflanzung. Die Natur wäre blöd wenn sie keine Mechanismen entwickelt hätte die dazu führen dass vorhandene Nahrung die Reproduktion fördern.
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