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Fake-Schwangerschaft: Pandabärin Ai Hin

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Besseres Futter Pandabärin täuscht angeblich Schwangerschaft vor

Wie raffiniert handeln Tiere? Eine Pandabärin in einer chinesischen Aufzuchtstation soll eine Schwangerschaft vorgetäuscht haben, um besseres Futter zu bekommen. Die geplante TV-Übertragung der Geburt wurde abgeblasen.

Hamburg - In China haben sich Pläne für die weltweit erste Live-Übertragung einer Riesenpanda-Geburt vorerst zerschlagen: Die Pandabärin Ai Hin in der Aufzuchtstation von Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan sei doch nicht schwanger, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Mutmaßlich habe die Bärin die Schwangerschaft vorgetäuscht, um in den Genuss der bevorzugten Behandlung für trächtige Weibchen zu kommen. Dem Bericht zufolge sind Phantomschwangerschaften bei Pandas keine Seltenheit.

Ai Hin habe im vergangenen Monat Anzeichen einer Schwangerschaft gezeigt, wie weniger Appetit und weniger Lust auf Bewegung. Zudem sei der Hormonausstoß erhöht gewesen. Daraufhin sei eine TV-Übertragung der Panda-Geburt geplant worden, berichtete Xinhua. Doch Ai Hins "Verhalten und physiologische Anzeichen wurden wieder normal", sagten Experten von der Panda-Station.

Sie vermuten, dass die Bären von den Privilegien für Schwangere wie etwa klimatisierte Einzelgehege wissen. "Sie bekommen mehr Brote, Früchte und Bambus, weshalb kluge Pandas das schon zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben", zitierte die Nachrichtenagentur den Panda-Experten Wu Kongju von der Aufzuchtstation.

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"Ein solches Verhalten ist mir nicht bekannt", sagte der Verhaltensbiologe Lars Lewejohann von der Universität Osnabrück. Er könne aber nicht ausschließen, dass eine derartige gezielte Täuschung vorkomme. "Haben Tiere erst einmal eine Verbindung hergestellt zwischen ihrem Verhalten und besserem Futter, können sie dies auch ausnutzen."

Große Pandas gehören zu den besonders bedrohten Tierarten, weil zum einen ihr Lebensraum im Südwesten Chinas schrumpft und sie zum anderen sehr niedrige Geburtsraten aufweisen. In Freiheit leben etwa 1600 Tiere und 300 weitere in Gefangenschaft. Nur jede vierte Bärin in Gefangenschaft wird laut Xinhua schwanger. Ende Juli waren in China erstmals Panda-Drillinge zur Welt gekommen.

hda/AFP
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