Parasiten Fütterung durch Touristen gefährdet Karibik-Echsen

Leguane sind eine Attraktion auf den Bahamas, doch die Fütterung durch Touristen bedroht die Gesundheit der Echsen. Die bahamaischen Felsenleguane leiden unter Parasiten und Darmverstimmungen. Nun ist sogar ihr Bestand in Gefahr.
Strandschönheit: Für solche Aufnahmen werden die Leguane mitunter sogar mit Fleisch angelockt

Strandschönheit: Für solche Aufnahmen werden die Leguane mitunter sogar mit Fleisch angelockt

Foto: Corbis

Chicago - Sie werden mit Leckereien angelockt und als Fotomotive abgelichtet. Doch für die bereits gefährdeten Echsen in der Karibik erweist sich die Fütterung als zusätzliche Bedrohung. So sorge etwa der Verzehr von zugeworfenen Trauben und anderem Obst bei den nur auf den Bahamas lebenden Felsenleguanen (Cyclura cychlura) für Darmverstimmungen und Parasitenbefall, schreiben US-Biologen um Charles Knapp vom John Shedd Aquarium in Chicago im Fachblatt "Conservation Physiology"  . Damit trage der Tourismus - ähnlich wie Jagd, illegaler Handel und Zerstörung der Lebensräume - zur Bedrohung der ohnehin schon gefährdeten Art bei.

Die Forscher hatten in den Jahren 2010 und 2012 Blut- und Stuhlproben von zwei Gruppen der Tiere gesammelt. Ein Teil lebte auf abgeschiedenen Inseln, die übrigen Leguane wurden regelmäßig von Touristen besucht und gefüttert, vorwiegend mit Trauben und anderem Obst, aber mitunter auch mit Fleisch.

Fütterung verändert Männchen stärker als Weibchen

Äußerlich war der Zustand beider Gruppen vergleichbar, die Echsen mit Touristenkontakt hatten jedoch höhere Werte von Blutzucker, Kalium und Harnsäure sowie losere und wässrigere Fäkalien. Alle 33 Tiere aus dieser Gruppe waren mit Parasiten befallen, in der Vergleichsgruppe waren es nur 5 von 13. Männliche Tiere aus der Gruppe der Gefütterten wiesen - im Gegensatz zu den Weibchen - noch viele weitere Veränderungen auf, offenbar weil sie bei den Fütterungen aggressiver nach Futter schnappen.

"Die biologischen Auswirkungen veränderter biochemischer Konzentrationen mögen sich über kurze Zeiträume nicht zeigen, könnten aber nachteilige Folgen für die langfristige Fitness und die Stabilität der Population haben", sagt Knapp laut einer Mitteilung der Zeitschrift. Zwar sei das Aussetzen von Fütterungen keine Option. Tourveranstalter könnten aber dafür sorgen, dass die Tiere geeigneteres Futter bekämen.

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hda/dpa
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