Pazifik Roboter besucht aktiven Unterwasservulkan

Wenige Wochen nach dem Ausbruch eines Unterwasservulkans im Pazifik haben Wissenschaftler einen Tauchroboter dorthin geschickt. Sie fanden eine total verwandelte Landschaft vor - und konnten sich über den Erfolg einer Prognose freuen.

Reuters/Oregon State University

Washington - Tief unter den pazifischen Wellen vor der Westküste der USA und Kanadas liegt der Juan-de-Fuca-Rücken. Zwei Kontinentlaplatten driften hier auseinander, die riesige Pazifische Platte und die recht kleine Juan-de-Fuca-Platte. Gleich eine ganze Reihe von Unterwasservulkanen gibt es deswegen in dem Gebiet. Zu ihnen gehört auch der Axial- Vulkan. Die Folgen seines jüngsten Ausbruchs haben Forscher nun auf beeindruckenden Aufnahmen festgehalten.

Besonders stolz macht die Geologen, dass sie die aktuelle Eruption vorhersagen konnten. Im Jahr 2006 hatte der Forscher Bill Chadwick von der Oregon State University zusammen mit seinem Kollegen Scott Nooner von der Columbia University im "Journal of Volcanology and Geothermal Research" eine Prognose veröffentlicht: Der Axial-Vulkan werde in den kommenden acht Jahren ausbrechen, schrieben sie damals.

Mit Drucksensoren am Ozeanboden hatten die Forscher feststellen können, dass sich der unterseeische Feuerberg jedes Jahr um 15 Zentimeter aufbläht. Zum letzten Mal hatte der Vulkan im Jahr 1998 heiße Lava ins kalte Pazifikwasser blubbern lassen. Nach der Eruption war der Meeresboden teilweise um zehn Meter abgesunken, weil der Druck des Magmas fehlte.

Die Forscher mussten also davon ausgehen, dass ein Ausbruch bevorsteht, wenn die Höhenwerte wieder denen des Jahres 1998 glichen. Und in diesem Jahres war es dann tatsächlich soweit: Der Axial-Vulkan brach erneut aus. Die Forscher gehen davon aus, dass es im April zu dem stillen Spektakel kam. Zusammen mit Kollegen konnten Nooner und Chadwick im Juli die Folgen des Spektakels an Bord des Forschungsschiffes "Atlantis" verfolgen.

Mit Hilfe des ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs "Jason" beobachteten sie den abklingenden Ausbruch. Zunächst hatten die Wissenschaftler geglaubt, den schwimmenden Beobachter zur falschen Stelle am Ozeangrund geschickt zu haben. Alle ihre Messpunkte aus früheren Jahren waren verschwunden. Die Landschaft sah radikal anders aus. Doch dann wurde ihnen langsam klar, wie sehr der Ausbruch das Gebiet rund um den Vulkan verändert hatte.

Aus unterseeischen Quellen strömte heißes, zum Teil milchiges Wasser ins Meer. Und frische Lava fand sich großflächig am Ozeangrund, zum Teil einen Kilometer vom Vulkan entfernt. Die Forscher gehen davon aus, dass die aktuelle Eruption drei Mal so stark wie die des Jahres 1998 war. Und es wird längst nicht die letzte gewesen sein.

chs

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