Spektakulärer Fund in der peruanischen Wüste Forscher präsentieren 36 Millionen Jahre alten Schädel eines Urzeitwals

Der Basilosaurus war ein gefürchteter Meeresjäger, ein gefährliches Raubtier – und ein Verwandter der Wale. In Peru haben Wissenschaftler kürzlich einen versteinerten Schädel des Säugetiers gefunden, jetzt stellen sie ihn aus.
Der Basilosaurus hatte gefährlich spitze Zähne: Sein Schädel ist nun im Naturkundemuseum von Lima zu bewundern

Der Basilosaurus hatte gefährlich spitze Zähne: Sein Schädel ist nun im Naturkundemuseum von Lima zu bewundern

Foto: Sebastian Castaneda / REUTERS

In den Meeren der Urzeit trieb sich ein Ungeheuer herum, geformt wie eine dicke Wasserschlange und bis zu 18 Meter lang: der Basilosaurus, die »Königsechse«. Im Widerspruch zu seinem Namen war er kein echter Dinosaurier, sondern vermutlich das größte Säugetier seiner Zeit. Er lebte vor ungefähr 41 bis 35 Millionen Jahren, heute zählt man ihn zu den Walen.

Die versteinerten Überreste eines solchen Riesentiers haben Wissenschaftler vor Kurzem in der Wüste von Peru ausgegraben und nun in Lima der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Schädel des Basilosaurus sei vollständig erhalten, sagte der Paläontologe Mario Urbina, der die Ausgrabungen in der Ocucaje-Wüste im Süden Perus geleitet hatte. Ende des vergangenen Jahres hatten die beteiligten Forscherinnen und Forscher den spektakulären Fund gemacht, nun wurde der Kopf des Urzeitwals im Naturkundemuseum in Lima präsentiert. »Dieser Fund ist sehr bedeutsam, weil es weltweit keine anderen ähnlichen Exemplare gibt«, sagte Urbina, der an der San-Marcos-Universität in Lima forscht. Auch der hervorragende Erhaltungszustand des Fossils sei außergewöhnlich.

Der versteinerte Schädel des Basilosaurus und eine künstlerische Darstellung, wie er ausgesehen haben könnte, sind im Museum in Lima zu sehen

Der versteinerte Schädel des Basilosaurus und eine künstlerische Darstellung, wie er ausgesehen haben könnte, sind im Museum in Lima zu sehen

Foto: Ernesto Benavides / AFP

Dort, wo sich heute die Ocucaje-Wüste befindet, lag vor Millionen von Jahren ein Meer, in dessen Ablagerungen schon wiederholt die Überreste prähistorischer Meerestiere gefunden wurden.

»Dieses Tier war eines der größten Raubtiere seiner Zeit«, sagte auch Rodolfo Salas-Gismondi, der die Abteilung für Wirbeltier-Paläontologie in dem Museum leitet. Der Basilosaurus unterscheide sich von anderen bekannten Urzeitwalen aber nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine Zähne. Seine großen, kräftigen Zähne nutzte er vermutlich, um sich von Thunfischen, Haien und ganzen Sardinenschwärmen zu ernähren. Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass der Wal als Raubtier an der Spitze der Nahrungskette stand. Seine Schwanzflosse erinnert an die Fluke heutiger Wale.

Die ersten Vorfahren der Wale, wie der Basilosaurus, entstanden vor etwa 55 Millionen Jahren – als sich Landtiere zurück auf den Weg ins Meer machten. Die echten Dinosaurier waren zu jener Zeit schon seit mehr als zehn Millionen Jahren ausgestorben.

vki/AFP/Reuters
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