Arktis Grönland-Gletscher gebiert riesigen Eisberg

Der Petermann-Gletscher in Grönland hat erneut ein gigantisches Stück seiner Zunge verloren. Der Eisberg ist doppelt so groß wie Manhattan - und extrem weit nördlich abgebrochen.

NASA

Der Riss im Eisschelf war Forschern schon seit Jahren bekannt, jetzt ist es passiert: Erneut ist ein großes Stück von der Zunge des Petermann-Gletschers in Grönland abgebrochen. Fotos von Satelliten der US-Weltraumbehörde Nasa zeigen, dass sich ein Eisberg mit einer Fläche von rund 120 Quadratkilometern gelöst hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Petermann-Gletscher große Brocken verliert. Im August 2010 etwa entstand ein Eisberg mit einer Fläche von 260 Quadratkilometern und einer Dicke von 200 Metern, der wenig später eine kleine Insel rammte. Die Fließgeschwindigkeit des Petermann-Gletschers habe sich danach um 10 bis 20 Prozent erhöht, sagte Ted Scambos vom National Snow and Ice Data Center der USA. Welche Folgen das erneute Kalben habe, müsse sich erst zeigen.

Das jetzt abgebrochene Stück ist zwar nur etwa halb so groß wie das von 2010, beunruhigt Wissenschaftler aber auf andere Weise. Es beweist laut Scambos, dass der Abbruch derart großer Stücke nun auch weiter nördlich angekommen sei. Der Petermann-Gletscher ende jetzt an einer Stelle, an der er sich seit mindestens 150 Jahren nicht mehr befunden hätte, sagte der Meereswissenschaftler Andreas Münchow von der University of Delaware der "Washington Post". "Grönlands Eisdecke wandelt sich rapide."

Viele von Grönlands Gletschern schrumpfen mit beeindruckender Geschwindigkeit. Zuletzt verschwanden 250 Gigatonnen Eis pro Jahr. Im Juni hatte die Arktis so viel Meereis verloren wie noch in keinem anderen Juni seit Beginn der Messungen.

Im März waren die Ergebnisse von Computerberechnungen bekannt geworden. Demnach könnte das Festlandeis Grönlands schon bei einer Erderwärmung von nur 1,6 Grad komplett abschmelzen. Das wiederum könnte einen dramatischen Anstieg des Meeresspiegels weltweit zur Folge haben, da das Abschmelzen des Festlandeises - anders als das des Meereises - dem Ozean zusätzliches Volumen zuführen würde.

Allerdings sind sich Wissenschaftler uneinig darüber, wie stark und wie schnell Grönlands Festlandeis-Schmelze zum Meeresspiegelanstieg beitragen wird. So hatte eine Studie im Mai diesen Jahres ergeben, dass die Eisriesen zwar deutlich schrumpfen, aber weniger schnell als ursprünglich befürchtet.

mbe/AP



insgesamt 34 Beiträge
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crocodil 18.07.2012
1. Das
hat sich schon in den vergangenen Jahrtausenden ereignet. Nur wer hat sich interessiert? Die Neandertaler oder alten Ägypter sicherlich nicht. Heute, dank unserer Kommunikation, können wir schon lesen, wenn in Südafrika ein Surfboard von einem Weißen Hai angegriffen wird.
snafu-d 18.07.2012
2. optional
Ist doch schön, dass Grönland ("Grünland") bald seinem Namen wieder gerechter wird, und nicht in Island ("Eisland") umbenannt werden muss.
udo46 18.07.2012
3. xxx
Zitat von crocodilhat sich schon in den vergangenen Jahrtausenden ereignet. Nur wer hat sich interessiert? Die Neandertaler oder alten Ägypter sicherlich nicht. Heute, dank unserer Kommunikation, können wir schon lesen, wenn in Südafrika ein Surfboard von einem Weißen Hai angegriffen wird.
Ach so, das ist jetzt also weniger beunruhigend, weil wir uns ja dank der modernen Kommunikationstechnologie rechtzeitig Schwimmflügelchen kaufen können. Oder wie soll ich das jetzt verstehen?
snickerman 18.07.2012
4. jaja
Das sind sie wieder, die auch nach der hundertsten Richtigstellung was von "Grünland" faseln, obwohl nie mehr als ein paar kleine Küstenstreifen freilagen. Die gehen noch immer der Siedler-Anlock-Propaganda von vor 1000 Jahren auf den Leim.
hessiejames 18.07.2012
5. et kütt wie et kütt
Mutti kann den Niederländern ja schon mal Ausgleichsfläche im Osten anbieten. Alle können ja dann nicht mehr dort bleiben. Und der Bevölkerungschwund wäre erstmal gestoppt
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