»Solo-Hochzeitsreise« und Vorfreude auf »stechenden Geruch« Britinnen zählen bald in der Antarktis Pinguine

6000 Menschen wollten die Jobs, vier bekamen den Zuschlag: Nun werden sie fünf Monate lang unter anderem eine der abgelegensten Postfilialen der Welt und einen Souvenirladen betreuen.
Auf der Goudier-Insel westlich der Antarktischen Halbinsel leben viele Pinguine und wenige Menschen

Auf der Goudier-Insel westlich der Antarktischen Halbinsel leben viele Pinguine und wenige Menschen

Foto: via www.imago-images.de / imago images/robertharding

Gesucht: Menschen, die für fünf Monate bei eisiger Kälte und fast ununterbrochenem Tageslicht eine der abgelegensten Postfilialen der Welt leiten, Souvenirs verkaufen und Eselspinguine zählen wollen. Geboten: Eine Unterkunft, in der seit Jahren kein Mensch gelebt hat, es weder Strom noch fließend Wasser gibt, dafür aber Etagenbetten.

Im ersten Moment liest sich das nicht wie ein Traumjob. 6000 Menschen in Großbritannien sahen das offenbar anders – so viele haben sich nämlich auf die vier Stellen beworben, die der UK Antarctic Heritage Trust für Port Lockroy auf der Goudier-Insel in der Antarktis ausgeschrieben hat.

Unter den vier Auserwählten, für die sich die britische Wohltätigkeitsorganisation entschieden hat, ist auch die frisch vermählte Natalie Corbett, die normalerweise in Hampshire ein Geschäft für Haustierzubehör betreibt, wie der »Guardian«  berichtet. Sie bezeichnete ihren baldigen Aufenthalt auf der Goudier-Insel laut dem Bericht als »Solo-Hochzeitsreise«. Corbetts Aufgabe in Port Lockroy: den Souvenirladen leiten.

Ihre drei Kolleginnen sind in der Forschung aktiv und werden unter anderem damit betraut sein, die Kolonie von 1500 Eselspinguinen zu überwachen und sich um den Versand der ca. 80.000 Postkarten zu kümmern, die in der Regel pro Jahr von der Insel aus in die Welt geschickt werden.

»Ich freue mich am meisten darauf, die Insel zu betreten und die Kakofonie und den stechenden Geruch der Pinguine, die Kulisse der Gletscher und der Fief-Berge in mich aufzunehmen und sie für die nächsten Monate mein Zuhause nennen zu können«, sagte die 23-jährige Clare Ballantyne dem Bericht zufolge vor ihrem Abenteuer in der Antarktis.

Die einstige britische Militärbasis auf der Antarktisinsel Goudier Island ist seit 2006 ein Museum und gleichzeitig eine der abgelegensten Postfilialen der Welt. Es ist das erste Mal seit Ausbruch der Pandemie, dass Port Lockroy wieder seine Türen öffnet. Zuvor kamen einem BBC-Bericht zufolge jährlich rund 18.000 Besucher an den abgelegenen Ort.

svs
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