Gesetzesinitiativen gegen Plastikmüll In Deutschland werden 320.000 Kaffeebecher weggeworfen - jede Stunde

Das Umweltbundesamt hat vorgerechnet, wie sich das Plastikmüllproblem innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent senken ließe. Am Dienstag nahmen die Mitgliedstaaten außerdem ein EU-weites Verbot von Einwegplastik an.

Coffee-to-go-Becher verursachen 400.000 Kubikmeter Müll pro Jahr
Animaflora/ iStockphoto/ Getty Images

Coffee-to-go-Becher verursachen 400.000 Kubikmeter Müll pro Jahr


Ein Coffee to go ist schnell getrunken - der Müll, den er hinterlässt, aber bleibt. 2,8 Milliarden Einwegbecher wurden 2016 in Deutschland jährlich verbraucht, dazu kommen 1,3 Milliarden Kunststoffdeckel. Pro Stunde macht das 320.000 Becher, die im Müll landen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Umweltbundesamts (UBA), die in Berlin vorgestellt wurde.

Sechs von zehn der typischen Pappbecher, in denen der Unterwegskaffee üblicherweise ausgeschenkt wird, haben eine Kunststoffbeschichtung, die ein Recycling schwer macht. Die Deckel bestehen sogar komplett aus Plastik.

Um das Müllproblem einzudämmen, sollen nach Plänen von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) Einwegbecher für Hersteller teurer werden. Denkbar sei ein Fonds zur Beseitigung des herumliegenden Mülls, in den die Hersteller einzahlen. Oder eine neue Regelung im Verpackungsgesetz. Auch ein Pfandsystem könnte eine wirksame Maßnahme sein.

Darüber hinaus sollen Becher aus geschäumtem Kunststoff, die in Deutschland nicht ganz so häufig sind wie Pappbecher, verboten werden - das sieht eine neue EU-Richtlinie vor, die ab 2021 auch Einweg-Plastikbesteck und -teller sowie Luftballonstäbe aus den Ladenregalen verbannt.

Die Richtlinie wurde in Brüssel von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union am Dienstag angenommen. Die Länder haben nun zwei Jahre Zeit, um die Regelungen in nationales Recht umzusetzen. Neu verkaufte Plastikflaschen müssen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Material bestehen.

In Deutschland strebt Umweltministerin Schulze zudem eine Vereinbarung mit der Gastrobranche an, damit mehr Mehrwegbecher eingesetzt werden. Das Umweltbundesamt regt Zuschläge etwa von 20 Cent pro Becher und 10 Cent pro Deckel an, um die Einwegbecher im Handel teurer zu machen als die Alternativen.

Zudem sollten Kaffee und andere Heißgetränke aus Mehrwegbechern billiger sein als aus Einwegbechern, heißt es. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen des Umweltbundesamts könnte der Verbrauch von Einweggetränkebechern innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent sinken.

joe/dpa

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