Neue Art Tiefsee-Flohkrebse mit Plastik im Magen entdeckt

Im Marianengraben haben Forscher eine neue Flohkrebsart entdeckt. Weil der Winzling Plastik im Magen hatte, heißt er nun "Eurythenes plasticus".
Forscher haben die bisher unbekannten Krebse aus 6500 Meter Tiefe gefischt

Forscher haben die bisher unbekannten Krebse aus 6500 Meter Tiefe gefischt

Foto: Johanna Weston/ dpa

Der Flohkrebs ist sehr klein, kaum fünf Millimeter lang und lebt in 6500 Meter Tiefe im Marianengraben zwischen Japan und den Philippinen. Doch selbst in der totalen Abgeschiedenheit kann das jetzt entdeckte Tier dem schädlichen Einfluss des Menschen nicht entkommen: In seinem Magen fanden britische Forscher Plastik - genauer: den Kunststoff PET, aus dem Folien und Einwegtrinkflaschen hergestellt werden.

Detailaufnahme von "Eurythenes plasticus"

Detailaufnahme von "Eurythenes plasticus"

Foto: -/ dpa

Tiefseeökologe Alan Jamieson taufte die bisher unbekannte Art auf den wissenschaftlichen Namen "Eurythenes plasticus", berichtet er im Fachblatt "Zootaxa ". "Mit dem Namen wollen wir ein starkes Zeichen gegen die Meeresverschmutzung setzen und deutlich machen, dass wir dringend etwas gegen die massive Plastikflut tun müssen", sagte Jamieson.

Ein biologisches Mahnmal

Der Winzling sei ein biologisches Mahnmal und zeige, "wie weitreichend die Folgen unseres laxen Umgangs mit Plastik sind", sagte Heike Vesper von der Umweltorganisation WWF, die das Projekt unterstützt hatte. Selbst Arten, die in den tiefsten und abgelegensten Stellen unseres Planeten lebten, seien mit Plastik kontaminiert. Im Mai fanden Forscher eine Plastiktüte im Marianengraben.

Allein im Jahr 2015 wurden weltweit 381 Millionen Tonnen Plastik produziert, fast 50 Mal so viel wie vor 60 Jahren. Nur neun Prozent des bisher produzierten Kunststoffabfalls wurde recycelt, schätzt die Uno. Mehr als 140 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben inzwischen in fünf riesigen Strudeln durch die Ozeane.

me/dpa/AFP
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