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Platanen: Bäume ohne Rinde

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Trockener Sommer Warum Platanen ihre Rinde verlieren

Große Borkenstücke von Platanen liegen derzeit in vielen Städten auf dem Boden. Wegen der kahlen Stämme und der Trockenheit machen sich viele Menschen Sorgen um die Bäume - zu Recht?

In vielen Städten platzen derzeit große Stücke Rinde von Bäumen und landen auf Fußwegen oder geparkten Autos. Es handelt sich um Borke von Platanen, die sich gerade abschält, sagt Horst Stobbe, Geschäftsführer des Instituts für Baumpflege in Hamburg. Das sei völlig normal für diese Zeit im Jahr, und wegen der auffallend kahlen Stellen an den Stämmen müsse sich niemand Sorgen um die Gesundheit der Bäume machen. "Die abfallende Borke ist ein gutes Zeichen für Vitalität", erklärt Stobbe.

Platanen gibt es dem Baumexperten zufolge in deutschen Wäldern eigentlich nicht. "In vielen Städten sind sie aber beliebt, weil sie so robust sind", sagt Stobbe. Die Bäume seien vergleichsweise tolerant gegenüber negativen Umwelteinflüssen wie etwa Schadstoffen in der Luft.

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Platanen: Bäume ohne Rinde

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Weil sich die Rinde großflächig vom Baum schält, falle das Phänomen besonders auf, es sei aber typisch für den Sommer, betont Stobbe. "Viele denken, der Baum ist in diesem Bereich tot. Das genaue Gegenteil ist aber der Fall."

Auch für die Biologin Christiane Evers handelt es sich um eine normale Reaktion bei starkem Wachstum. Die Bäume profitierten von den anhaltend hohen Temperaturen. Außerdem kommen sie mit der Dürre in diesem Jahr besser klar als viele andere Pflanzen. In vielen Städten müssen Reinigungsfirmen ausrücken, um die herabfallende Rinde zu entsorgen. Allein in Bremen stehen laut der Stadt mindestens 3500 Platanen.

Andere Bäume leiden unter der Dürre

Andere Bäume sind durch die aktuelle Hitze und vor allem die Trockenheit laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) außergewöhnlich belastet. Ein erstes Anzeichen für schlechte Wasserversorgung seien hängende Blätter.

Um eine weitere Austrocknung zu vermeiden, schließen die Bäume laut SDW-Sprecherin Sabine Krömer-Butz Spaltöffnungen ihrer Blätter. "Sie verlieren dadurch weniger Wasser, können aber gleichzeitig auch weniger Kohlendioxid aufnehmen." Bleibt es trocken, würden die Bäume im nächsten Schritt Blätter und Früchte abwerfen. "Eichen, Weiden und Pappeln trennen sich im Notfall gleich von ganzen Ästen."

koe/dpa
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