Fotos Portugiesischer Galeeren Giftige Schönheit

Mit starkem Gift töten sie ihre Beute, bei Schwimmern und Strandbesuchern sind Portugiesische Galeeren überhaupt nicht gern gesehen. Im Studio des Fotografen Aaron Ansarov verwandeln sich die Nesseltiere allerdings in psychedelische Schönheiten.

Aaron Ansarov

Man kann Portugiesische Galeeren durchaus als unangenehme Zeitgenossen bezeichnen. Die Nesseltiere produzieren ein Gift, mit dem sie ihre Beute lähmen. Menschen sind für sie normalerweise keine Angriffsziele, doch das Berühren einer Portugiesischen Galeere ist sehr schmerzhaft und kann tagelange Beschwerden nach sich ziehen. Kommt es zu einer allergischen Reaktion, ist die Angelegenheit noch viel gefährlicher. Die Tiere leben in wärmeren Gewässern, wurden aber beispielsweise auch schon vor Großbritannien gesichtet.

Aaron Ansarov trägt deshalb Handschuhe, wenn er am Strand von Delray Beach, US-Bundesstaat Florida, nach angeschwemmten Portugiesischen Galeeren sucht, wie er "Wired" erzählte. Ansarov verfrachtet die Tiere in einen Eimer voller Meerwasser und bringt sie in sein Studio, wo er sie fotografiert. Durch Spiegelungen der Bilder erzeugt er kaleidoskopartige Muster. Quasi der Rorschach-Test der Natur, meint der Künstler. Denn jeder könne in den Bildern etwas anderes sehen.

Obwohl sie meist dafür gehalten werden, sind Portugiesische Galeeren gar keine richtigen Quallen, wie etwa Feuer- oder Ohrenquallen. Eine Portugiesische Galeere ist nicht einmal ein einzelnes Tier, sondern eine Gemeinschaft aus Hunderten oder Tausenden kleinen Polypen: eine Staatsqualle.

Die winzigen Wesen haben sich zu einem großen Organismus zusammengeschlossen und sich dort auf verschiedene Aufgaben spezialisiert. Es gibt vier Typen von Polypen: Eine Gruppe formiert sich zur Schwimmblase, welche die Galeere dicht an der Wasseroberfläche hält. Eine andere formt die Tentakel, die bis zu 50 Meter in die Tiefe reichen können. Die anderen übernehmen das Fressen sowie die Fortpflanzung.

Die Faszination dieses Zusammenschlusses stellt Ansarov in seinem Fotoprojekt unter dem Titel "Zooids: Faces of Tiny Warriors" vor. Zooids ist der englische Begriff für Polypen. Mit seiner Arbeit möchte der Künstler die Natur zeigen, aber nicht in sie eingreifen. Deshalb bringt er jede Galeere nach dem Fotografieren an die Stelle am Strand zurück, an der er sie entdeckt hat. Falls sie von einer Welle wieder ins Meer gespült werden, sollte das wohl so sein. Passiert das nicht, sterben sie.

wbr

Mehr zum Thema


insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rosenvater 26.04.2013
1. Interessante Bilder
Schöne Bilder, die auch eines zeigen: Obwohl sie meist dafür gehalten werden, sind Portugiesische Galeeren gar keine richtigen Galeeren.
earl grey 26.04.2013
2. Danke dafür
Zitat von sysopAaron AnsarovMit starkem Gift töten sie ihre Beute, bei Schwimmern und Strandbesuchern sind Portugiesische Galeeren überhaupt nicht gern gesehen. Im Studio des Fotografen Aaron Ansarov verwandeln sich die Nesseltiere allerdings in psychedelische Schönheiten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/portugiesische-galeeren-fotokunst-von-aaron-ansarov-a-896463.html
Auf die Idee muss man erstmal kommen. Und dazu noch wirklich toll umgesetzt. Schöner Beitrag im Spon, danke.
microtusnivalis 26.04.2013
3. Danke an die Galeeren...
... nachdem der Fotograf zugegebenermaßen wirklich schöne Fotografien der Organismen macht und sie in der Zeit, die sie in seinem Studio verbringen, möglicherweise der sie ins Meer zurückspülenden Welle beraubt, wäre es sicher angemessen, die fotografierten Galeeren wieder direkt ins Meer zurückzusetzen - denn sie könnten genau durch seinen Eingriff zum Tode verurteilt sein.
stammtischhistoriker 26.04.2013
4. zurück ins Meer?
Zitat von microtusnivalis... nachdem der Fotograf zugegebenermaßen wirklich schöne Fotografien der Organismen macht und sie in der Zeit, die sie in seinem Studio verbringen, möglicherweise der sie ins Meer zurückspülenden Welle beraubt, wäre es sicher angemessen, die fotografierten Galeeren wieder direkt ins Meer zurückzusetzen - denn sie könnten genau durch seinen Eingriff zum Tode verurteilt sein.
Sie haben schon den Teil gelesen in dem es heißt, dass diese verdammten Biester hochgiftig sind, wenn man Glück haben einen nur schwer verletzen, und wenn man Pech hat, man beim Schwimmen auch mal daran sterben kann? Ich finde es schon äußerst fraglich, dass er die Dinger wieder an den Strand zurückbringt wo der nächste rein treten kann.
kopfjaeger 26.04.2013
5. Knall
Ich bin am Strand von Lauderdale by the Sea (versehentlich) mal auf eine draufgelatscht. Da gab es einen ordentlichen Knall! Sorry, nachträglich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.