Seltenes Phänomen Kreis aus Eis

Auf einem Fluss im US-Bundestaat Maine rotiert eine riesige exakt kreisrunde Eisscholle. Wissenschaftler haben eine Erklärung für das Spektakel.

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Die Menschen in Westbrook im US-Bundesstaat Maine staunten nicht schlecht, als sie auf dem Presumpscot River Anfang der Woche eine perfekt kreisrunde Scheibe aus Eis entdeckten. Seitdem rotiert die Eisscholle im Schritttempo auf dem Wasser und schrumpft und wächst, je nachdem, wie sich die Temperatur verändert. Doch die Form bleibt gleich: perfekt rund.

Kann so etwas überhaupt natürlich entstehen? Das Phänomen der runden Eisschollen ist nicht neu. Das Exemplar in Maine ist mit einem Durchmesser von etwa hundert Metern sogar noch vergleichsweise klein. Einige Eiskreise sollen Tausende Meter groß gewesen sein. "Sehr mysteriös", urteilte ein russischer Naturforscher im 19. Jahrhundert, als er das seltene Phänomen auf dem Baikalsee beobachtete.

Im Video: So entsteht der Kreisel

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Mehr als hundert Jahre lang rätselten Forscher, was hinter den mysteriösen Eiskreisen steckt. Inzwischen gibt es zwei mögliche Erklärungen: Die Eiskreise bilden sich offenbar meist in Flusskurven. Die Strömung bricht dabei das Eis aus der gefrorenen Wasseroberfläche, lässt es in Strudeln rotieren und presst es dabei kreisrund zusammen.

Eine weitere Möglichkeit: Wenn die Eisscholle anschmilzt, erzeugt das herabsinkende Schmelzwasser einen Strudel an der Unterseite der Scholle und versetzt es so in Bewegung. Die kreisrunde Form erklärt das allerdings nicht.

Wahrscheinlich wird die Eisscheibe auch noch in den kommenden Tagen weiterrotieren. Der Wetterbericht sagt Schneefall und bis zu minus 12 Grad Celsius für Westbrook voraus. Die Enten der Stadt dürfte das freuen, sie benutzen laut Augenzeugen die Eisscheibe als Karussell.



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