Niedersachsen Problemwolf Kurti ist tot

Monatelang hatte er Niedersachsen beschäftigt - nun ist ein zu zahmer Wolfsrüde erschossen worden. Versuche, ihn zu vertreiben, waren gescheitert.
Wolf Kurti (links, März 2016) mit einem Artgenossen

Wolf Kurti (links, März 2016) mit einem Artgenossen

Foto: DPA / Konstantin Knorr / HAZ

Wölfe sind meist scheu - doch Kurti war es nicht. Immer wieder kam das Raubtier Menschen zu nah. Es soll sogar einen Hund gebissen haben. Am Mittwochabend wurde der Wolf nun gezielt getötet, wie das niedersächsische Umweltministerium in Hannover mitteilte. Ursprünglich sollte der Rüde eingefangen und in ein Gehege gebracht werden. Dann hieß es, er solle betäubt und dann eingeschläfert werden. Nun wurde er abgeschossen - das Ministerium meldete: "letal entnommen".

War Kurti wirklich so gefährlich? Für Schlagzeilen sorgte er jedenfalls schon länger: Immer wieder näherte er sich in den vergangenen Monaten Menschen bis auf wenige Meter. Mitte Februar war er einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund hinterhergelaufen. Auch soll er sich an einem Zaun der Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel zum Schlafen hingelegt haben. Dann wurde am Wochenende im Landkreis Celle der angeleinte Hund einer dreiköpfigen Familie von einem Wolf mit Sendehalsband gebissen. Das Ministerium macht Kurti verantwortlich: Es gebe nur zwei Wölfe mit Sendern in Niedersachsen, hieß es.

"Heilige Kuh des Artenschutzes"

"Die Sicherheit des Menschen steht immer an erster Stelle", hatte Umweltminister Stefan Wenzel mehrfach betont. Die Tötung des Wolfs sei aber das letzte Mittel. Versuche eines schwedischen Experten, den Wolf - zum Beispiel mit Gummigeschossen - zu vergrämen und ihn so auf Dauer vom Menschen fernzuhalten, schlugen allerdings fehl.

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Raubtier Wolf: Rückkehr in den Süden Deutschlands

Foto: Konstantin Knorr/ Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wolfsexperte Frank Faß, Leiter des Wolfcenters im niedersächsischen Dörverden, zeigte Verständnis für die Tötung des Wolfs. "Man darf vielleicht sogar von einer gewissen historischen Entscheidung im bundesdeutschen Wolfsmanagement sprechen", sagte er. "Es gilt, die Entscheidung des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel und der Staatssekretärin Almuth Kottwitz zu würdigen und mitzutragen." Faß nannte in diesem Zusammenhang den Wolf die "heilige Kuh des Artenschutzes".

Auch die Landesjägerschaft in Niedersachsen begrüßte den Schritt. "Aus unserer Sicht war die Entscheidung des Umweltministeriums richtig", sagte Sprecher Florian Rölfing. "Eine dauerhafte Unterbringung des Wolfs in einem Gehege wäre aus Tierschutzsicht fragwürdig gewesen", hatte er zuvor erklärt. Ein in Freiheit aufgewachsenes Wildtier wie der Wolf werde sich an ein Gehege nicht gewöhnen.

chs/dpa
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