Prognose für Flüsse Erwärmung schlägt Forellen in die Flucht

Forellen leben in kalten Strömen. Klimasimulationen zeigen die Zukunft der Flüsse in den USA: Die Erwärmung könnte die Fische demnach großteils vertreiben, warnen Umweltschützer. Die Population der Tiere dürfte sich verkleinern.

Regenbogenforellen in einem Gewässer in Colorado (USA): Auf dem Rückzug?
AP

Regenbogenforellen in einem Gewässer in Colorado (USA): Auf dem Rückzug?


Washington - Der Klimawandel wird die Lebensbedingungen von Forellen in vielen Flüssen der USA erheblich verschlechtern. Ungewohnte Temperaturen zur falschen Zeit könnten viele Bestände schrumpfen lassen, schreiben Forscher um Seth Wenger von der US-Umweltschutzorganisation "Trout Unlimited" im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Bis 2080 könnte der Lebensraum aller Forellenarten um die Hälfte reduziert sein.

Das Team legte seiner Arbeit das Klimaszenario A1b des Weltklimarates IPCC zu Grunde. Es beschreibt den Kohlendioxidausstoß in einer Zukunft mit starkem Wirtschaftswachstum. A1b reicht bis zum Jahr 2100 und sagt im weltweiten Mittel eine Temperaturerhöhung um etwa drei Grad Celsius voraus.

Wenger und seine Mitstreiter werteten zudem Angaben zum Vorkommen verschiedener Forellenarten im Norden der USA aus. Die Daten stammen von 9890 Beobachtungsstellen auf einer Fläche von 1,01 Millionen Quadratkilometern - das ist knapp die dreifache Größe Deutschlands. Forellen leben in kaltem, oft schnell fließendem und sauerstoffreichem Wasser. Doch diese Bedingungen dürften sie in den nächsten Jahrzehnten vielerorts kaum noch vorfinden.

Die einheimische Art Oncorhynchus clarkii könnte 58 Prozent ihres momentan gut geeigneten Lebensraumes einbüßen, zeigen die Simulationen des Teams. Ursache: Das Wasser wird an vielen Stellen wärmer, als es für die Tiere gut ist. Der Lebensraum des nicht einheimischen Bachsaiblings (Salvelinus fontinalis) wird gar um 77 Prozent zurückgehen, jener für die Forelle (Salmo trutta) um 48 Prozent. Bei der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) beträgt der Rückgang des für sie gut geeigneten Lebensraums rund 35 Prozent.

Die Verlagerung der Niederschläge könnte das Problem verschärfen, schreiben die Forscher. Der prognostizierte niederschlagsreichere Winter könnte der Simulation zufolge im Frühjahr mehr kaltes Wasser durch Wasserläufe fließen lassen. Forellen und Bachforellen aber laichen im Herbst, betonen die Forscher. Besonders dann wären sie auf eine kühle Umgebung angewiesen. Doch im Herbst werden die Flüsse künftig deutlich wärmeres Wasser führen, heißt es in der Studie.

boj/dpa

insgesamt 45 Beiträge
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Flightkit, 16.08.2011
1. Was gibt die Forelle her.
die Population der Forellen dürfte aufgrund der Klimaerwärmung kleiner werden, sagen Umweltschützer? Eher anzunehmen, daß die Population der Umweltschützer kleiner werden dürfte. Die haben dreierlei gegen sich: sie werden irgendwann sich wieder intensiv um ihre eigene Ernährung kümmern müssen, zusätzlich wird ihnen bald kaum noch jemand zuhören wollen. Drittens ist es ohnehin zu kalt, um diesen Klima-Blödsinn noch verbraten zu können. Ich weiß, ich weiß, unser kalter Sommer war garkein kalter Sommer, und dann ist Deutschland ja auch garnicht repräsentativ für die globale Erwärmung. Übrigens, eine Medung, die ich hier vermißte: in Auckland ist Schnee gefallen, der erste seit 1939. Ich gehe jetzt an einen Bach und lesen den lachenden Forellen etwas aus SPON vor. Wie aus "Könnte" ein "Wird" entsteht.
hoffnungsvoll 16.08.2011
2. Bewegung von Fauna und Flora
Zitat von sysopForellen leben in kalten Strömen. Klimasimulationen zeigen die Zukunft der Flüsse in den USA: Die Erwärmung könnte die Fische demnach großteils vertreiben, warnen Umweltschützer. Die Population der Tiere dürfte sich verkleinern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,780334,00.html
Die Wanderung der Arten verläuft immer schneller. Jeder kennt die immer größer werdenden Quallenteppiche. Wir sollten dringend lernen, wie man Quallen zubereitet und ist, denn sie werden im Sauerstoffarmen Wasser die Fische verdrängen. Das die Klimaleugner wieder mit absurden Behauptungen die Veränderung ignorieren wollen, sollte niemanden darüber täuschen, das die Wanderung sowie das Aussterben der Arten in tausenden unabhängigen Forschungsberichten detailliert beschrieben wird.
der_rookie 16.08.2011
3. Hm
Die Forelle ist ein plakatives Medium mit dem anscheinend die Autoren der Untersuchung versuchen die relevanz ihrer Forschung greifbar zu machen. Allerdings vermischen sie da zwei Dinge die man nicht vermischen sollte: Klimaforschung und Biologie. Inbesondere vergessen sie die Evolution: Bis 2080 dürften noch ein paar Forellengenerationen geboren werden. Gut möglich, dass sich Forellen bis 2080 an wärmere Gewässer anpassen. Genauso gut möglich aber, dass bis dahin ein Forellenparasit die Bestände dezimiert (egal bei welcher Temperatur). (Oder sind diese Klimaforscher Kreationisten und glauben nicht an die Evolution? :-))
links_rechts 16.08.2011
4. hätte, wäre...
könnte, dürfte, US-Umweltschutzorganisation, Klimasimulationen, 2080...etc. Spekulationen werden als Wahrheit verkauft. Fakten spielen keine Rolle mehr, weil sie nicht in die Horrorszenarien passen. Ist aber alles nur Wetter. Wenns mal wieder zu warm wird für ein paar Tage, dann wird es Klima sein. Weinen könnt ich, weinen.
Konstruktor 16.08.2011
5. .
Zitat von der_rookieDie Forelle ist ein plakatives Medium mit dem anscheinend die Autoren der Untersuchung versuchen die relevanz ihrer Forschung greifbar zu machen. Allerdings vermischen sie da zwei Dinge die man nicht vermischen sollte: Klimaforschung und Biologie. Inbesondere vergessen sie die Evolution: Bis 2080 dürften noch ein paar Forellengenerationen geboren werden. Gut möglich, dass sich Forellen bis 2080 an wärmere Gewässer anpassen. Genauso gut möglich aber, dass bis dahin ein Forellenparasit die Bestände dezimiert (egal bei welcher Temperatur). (Oder sind diese Klimaforscher Kreationisten und glauben nicht an die Evolution? :-))
Nein, nicht gut möglich. Forellen hatten bereits Millionen von Jahren, um sich an wärmeres Wasser anzupassen und haben das nicht geschafft, weil es dort bereits besser an diese Bedingungen angepaßte Fische gibt, mit denen die Forellen nicht erfolgreich konkurrieren können. Unwahrscheinlich. ;-) Zumal Evolution kein Glaubenssatz ist, sondern eine validierte Theorie. Aber sie verstehen ganz gut, daß "Evolution" nicht einfach eine pauschale Lösung aller Probleme ist. In der Realität funktioniert das nur in manchen Fällen so, weil in der Regel bereits alle Nischen mit dort angepaßten Organismen besetzt sind. Es gibt Ausnahmen, aber die sind eben nicht die Regel.
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