»Speer-Maul« Riesiger Flugsaurier bevölkerte einst Australien

Das Tier muss ausgesehen haben wie ein Drache: Australische Forscher berichten über einen bisher unbekannten Pterosaurier. Im Maul hatte der furchterregende Riese 40 Zähne – so scharf wie Rasierklingen.
So könnte Thapunngaka shawi ausgesehen haben

So könnte Thapunngaka shawi ausgesehen haben

Foto: Adobe Stock / University of Queensland / dpa

»Sie bestanden im Wesentlichen aus einem Schädel mit einem langen Hals und ein paar langen Flügeln dran«, so beschreibt Doktorand Tim Richards von der University of Queensland im australischen St. Lucia die riesigen Saurier, über deren Fund er gerade zusammen mit zwei Kollegen im »Journal of Vertebrate Paleontology«  berichtet. Allein der Schädel der Riesen sei mehr als einen Meter lang gewesen, das Gebiss habe 40 rasiermesserscharfe Zähne gehabt.

Die Flügelspannweite der Tiere hat nach den Erkenntnissen der Fachleute bei bis zu sieben Metern gelegen. Es wäre damit das größte fliegende Reptil, das man in Australien überhaupt kennt. »Sie müssen große Schatten über zitternde kleine Dinosaurier geworfen haben, die sie nicht gehört haben, bis es zu spät war«, so Richards.

Die Pterosaurier, zu denen die neu beschriebene Art gehört, zählen selbst nicht zu den Dinosauriern. Den Wissenschaftlern zufolge gehörte der neu entdeckte Flugdrache zur Gruppe der Anhangueridae, deren Spuren sich auf allen Kontinenten finden. Pterosaurier hatten sehr dünnwandige und relativ hohle Knochen. Sie waren gute Segelflieger. Nur sehr selten würden fossile Überreste dieser Tiere gefunden, so die Fachleute. »Es ist fast unglaublich, dass es von ihnen überhaupt Fossilien gibt«, sagte Richards.

Fund in der Mittagspause

Der Forscher und sein Team hatten einen fossilen Kiefer untersucht, der in der Region von Wanamara im Nordwesten von Queensland gefunden wurde. Dieser stammt aus einer Zeit vor etwa 105 Millionen Jahren, als Teile der Region von einem urzeitlichen Binnenmeer namens Eromanga bedeckt waren. Über diesem seien die Flugsaurier dahinglitten, vor allem auf der Suche nach Fischen.

Der Fossiliensucher Len Shaw hatte den Kiefer 2011 nordwestlich von Richmond entdeckt. Laut einem Bericht  des britischen »Guardian« hatte es sich der Mann, ein Gemeindearbeiter, zur Angewohnheit gemacht, in seiner Mittagspause nach Fossilien zu suchen. Dazu habe er mit einem Frontlader behutsam Wasser auf einen interessanten Felsbereich gegossen, um Knochen und Gestein besser unterscheiden zu können. Unmittelbar nach seinem Fund habe er das lokale Museum benachrichtigt.

Der Name der neuen Spezies, Thapunngaka shawi, leitet sich aus seinem Nachnamen und einer mittlerweile ausgestorbenen Sprache der Wanamara-Ureinwohner ab, in der die Worte thapun und ngaka so viel wie »Speer-Maul« bedeuteten. Der andere Teil des Namens erinnert an den Entdecker Shaw.

chs/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.