Pumas in Patagonien Wo die wilden Katzen wohnen

Pumas springen zehn Meter weit und sprinten bis zu 80 Stundenkilometer schnell: Der Fotograf Ingo Arndt ist den scheuen Raubkatzen durch ihr raues Revier in Patagonien gefolgt.

Ingo Arndt / Knesebeck Verlag

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Als Ingo Arndt vor rund zwei Jahrzehnten mit einem Freund im Nationalpark Torres del Paine im chilenischen Patagonien Guanakos fotografierte, liefen die beiden Männer zufällig einem Puma mit zwei Jungtieren über den Weg. Seitdem träumte der Naturfotograf davon, in den Süden des Landes zurückzukehren, um die scheuen Raubkatzen zu fotografieren.

Zwischen 2015 und 2018 verbrachte Arndt sieben Mal insgesamt mehrere Monate in dem Nationalpark und erlebte dabei alle Jahreszeiten. In seinem Bildband "PumaLand: Im wilden Patagonien" zeigt er nun eine umfangreiche Sammlung an beeindruckenden Bildern der Katzen in der abgelegenen Landschaft.

Zu Arndts Team vor Ort gehörten zwei erprobte Fährtenleser, die ihm dabei halfen, die Tiere zu finden. Schätzungen zufolge leben zwischen 60 bis 100 Pumas in dem Gebiet, von denen die Männer rund 20 trafen. Um sie besser unterscheiden zu können, gaben die Fährtenleser ihnen Namen.

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Ingo Arndt:
PumaLand: Im wilden Patagonien

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Es ging Arndt nicht um einzelne Bilder von Pumas, sondern darum, noch nie gesehene Verhaltensweisen zu dokumentieren. Inmitten der atemberaubenden Natur des Nationalparks kümmern sich die Tiere auf den Bildern zärtlich um ihren Nachwuchs, jagen Beute, gähnen, sonnen oder paaren sich.

"Pumas zu fotografieren war bis heute eine der größten Herausforderungen in meiner Karriere als Tierfotograf", schreibt Arndt in seinem Bildband. Das Fotografieren sei nicht mit dem von Löwen, Leoparden, Tigern zu vergleichen, weil Pumas scheue Einzelgänger und in freier Wildbahn extrem schwer zu beobachten seien.

Oft mussten die Männer mit schwerem Gepäck kilometerlang gehen, sich bei Wind und Kälte über Stunden hinter einem Felsen verstecken. Manchmal dauerte es mehre Tage bis sich eine geeignete Situation ergab.

Lange Arbeitstage waren nicht selten: Pumas sind hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv, daher musste Arndt lange vor Sonnenuntergang draußen sein und konnte erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückkehren.

Außerdem können die Raubkatzen dem Menschen gefährlich werden: Sie besitzen große Pfoten und die stärksten Hinterbeine aller Katzen; sie können aus dem Stand mehrere Meter hoch und weit springen, in einem Sprint erreichen sie Geschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde.

Fotostrecke

14  Bilder
Pumas in Patagonien: Scheue Räuber

Der Nationalpark Torres del Paine umfasst eine Fläche von rund 2420 Quadratkilometern. Die vom Äquator kommende warme Luft trifft hier auf kalte Luft aus der Antarktis, was zu einem wilden und unberechenbaren Wetter führt. Windstärken von mehr als 150 Kilometer pro Stunde sind nicht selten.

Die großen Temperaturunterschiede führten außerdem immer wieder zu Luftflimmern, was ein scharfes Bild zum Fotografieren verhinderte. Der Fotograf und sein Team mussten außerdem Faktoren wie die Windrichtung beachten - die Tiere hätten sie sonst wittern können.

Eindrucksvolle Berge, gewaltige Gletscher, türkisblaue Seen, alte Wälder und ausgedehnte Grasländer ziehen viele Naturliebhaber in den Torres del Paine, der seit 1959 als Nationalpark ausgewiesen ist. Innerhalb des Gebiets sind die Pumas geschützt, können sich gut vermehren und viel Nahrung finden. Verlassen sie die Grenzen, kann es gefährlich werden. Auch wenn die Tiere nicht erschossen werden dürfen, greifen Farmer doch immer wieder zum Gewehr, um ihre Schafe zu schützen.

Durch die unerlaubte Jagd und die zunehmende Zerstörung ihres Lebensraums ist der Bestand der insgesamt sechs verschiedenen Puma-Unterarten in ganz Nord- und Südamerika stark zurückgegangen. Schätzungsweise gibt es nur noch 50.000 dieser faszinierenden Tiere.



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