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Löwe, Luchs und Wolf: Der ökologische Wert der Räuber

Foto: ? Petr Josek / Reuters/ REUTERS

Raubtiere Warum Ökosysteme Löwen und Luchse brauchen

Überall auf der Welt kämpfen große Raubtiere ums Überleben. Wo sie fehlen, profitieren nur ihre einstigen Opfer. Doch in ganzen Ökosystemen hinterlassen sie empfindliche Lücken.

Der Rückgang der großen Raubtiere hat weit größere Auswirkungen auf Ökosysteme als bislang bekannt. Der Schwund dieser Tiere gefährde den Artenreichtum von Vögeln, Säugetieren und Wirbellosen und habe auch Folgen für Vegetation, Landwirtschaft und sogar für den Klimawandel. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science" .

Um die Ausrottung der großen Raubtiere und die damit einhergehenden Folgen zu verhindern, regen die Wissenschaftler eine globale Initiative zum Schutz der Tiere an. 61 Prozent der 31 größten Raubtiere sind in der Roten Liste der bedrohten Arten als gefährdet eingestuft, schreiben die Forscher um William Ripple von der Oregon State University in Corvallis (US-Bundesstaat Oregon). Die Populationen von 75 Prozent dieser Arten schrumpften, ebenso wie ihre Lebensräume.

Um die Situation konkreter zu erfassen, konzentrierten sich die Forscher auf sieben Großräuber:

  • Löwe,
  • Dingo,
  • Puma,
  • Leopard,
  • Luchs,
  • Wolf und
  • Seeotter.

Aus verfügbaren Daten ermittelten sie, wie sich ein Verschwinden der Tiere auf ihre jeweiligen Ökosysteme auswirkt. Meist seien die Folgen weithin spür- und sichtbar, berichten sie. Diese Beispiele zeigen, welche Kettenreaktion in Gang kommen kann, wenn Raubtiere fehlen:



Raubtiere können den Klimawandel bremsen

Zumindest in einigen Fällen seien die Veränderungen umkehrbar, berichten die Forscher. Im Yellowstone-Nationalpark hätten sich einige Bereiche nach der Wiedereinführung der Wölfe rasch erholt. "Ich bin beeindruckt, wie widerstandsfähig das Yellowstone-Ökosystem ist", kommentiert Ripple. "Es passiert nicht überall schnell, aber an einigen Stellen hat der Erholungsprozesse begonnen."

Neben dem Klimawandel sei das Verschwinden der großen Raubtiere einer der bedeutendsten Einflüsse des Menschen auf die Natur - allerdings ohne vergleichbare Beachtung der Öffentlichkeit zu finden. Daher schlagen die Forscher eine globale Initiative zum Schutz der Tiere vor. Ein Ziel davon sei, Akzeptanz und Toleranz der Menschen für die großen Raubtiere zu gewinnen.

"Wir sagen, dass diese Tiere ein Recht haben zu leben, aber sie haben auch einen ökonomischen und ökologischen Wert, den Menschen schätzen", betont Ripple. Allein dem Yellowstone-Nationalpark bringe der Wolf-Tourismus jährlich 22 bis 48 Millionen US-Dollar, betonen die Wissenschaftler. Selbst auf den Klimawandel hätten große Raubtiere in einigen Ökosystemen positiven Einfluss: Sie halten Pflanzenfresser in Schach, so dass die Vegetation besser gedeihen und Kohlendioxid einlagern kann.

Erst kürzlich hatte der WWF den afrikanischen Löwen zu den Verlierern des Jahres 2013 gezählt. Demnach leben derzeit in freier Wildbahn etwa 32.000 Tiere, rund 30 Prozent weniger als vor 20 Jahren und auf nurmehr einem Fünftel des ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

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che/dpa
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