Rekordfund In zwei Tagen 67 Dinosaurier entdeckt

Die schiere Menge überraschte selbst die Experten: Innerhalb von nur zwei Tagen haben Paläontologen in der Wüste Gobi 67 Dinosaurier-Skelette freigelegt. Die Überreste der Papageienechsen genannten Saurier-Spezies werden nun in der Mongolei und den USA untersucht.


Die Wüste Gobi ist für Paläontologen die reinste Fundgrube. 1922 wurde hier das erste Exemplar einer Dinosaurierart namens Papageienechse freigelegt - und jetzt haben Forscher innerhalb einer Woche 67 Dinosaurier-Skelette ausgegraben. Zwei Teams von der Technischen Hochschule in der Mongolei und der US-amerikanischen Montana State University waren im Abstand von ein paar Tagen zwei Mal in die Wüste gefahren und fanden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Dutzende Skelette.

Rekord-Ausgrabung in der Wüste Gobi: Eines von 67 Skeletten wird freigelegt
Courtesy of Jack Horner

Rekord-Ausgrabung in der Wüste Gobi: Eines von 67 Skeletten wird freigelegt

Expeditionsleiter Jack Horner gibt sich angesichts des Rekordfundes in der zentralasiatischen Steppenwüste jedoch gelassen: "Ich war hier, um so viele Dinosaurier wie möglich zu finden." Bereits letztes Jahr hatte der Paläontologe mit einigen Kollegen im selben Gebiet 30 Skelette der Dinosaurierart Psittacosaurus gefunden.

Diese Saurier werden wegen ihres Schnabels Papageienechsen genannt. Sie lebten vor etwa 120 Millionen Jahren, fraßen Pflanzen und waren Vorfahren von gehörnten Sauriern wie dem Triceratops. Auf die Psittacosaurus-Art waren die zwei Paläontologenteams bei ihrer jüngsten Expedition von Anfang an aus, denn von ihr ließen sich in kürzester Zeit so viele Exemplare finden wie von keiner anderen Spezies.

Knochen werden zu Forschungszwecken ausgeliehen

Nun besitzen die Forscher insgesamt über 100 Exemplare - genug, um Unterschiede zwischen den einzelnen Skeletten und Veränderungen beim Wachstum der Tiere zu untersuchen. Die Skelette sind zwischen 30 bis 150 Zentimeter groß. Nach der Ausgrabung wurden sie zu der mongolischen Universität gebracht.

Die Knochen gehörten der Mongolei, Horner könne sie aber für seine Untersuchungen ausleihen, sagte ein Sprecher des Museum of the Rockies, das zur Montana State University gehört. Paläontologe Horner möchte auch gar keine Besitzansprüche auf die vielen Fundstücken erheben: "Das Museum of the Rockies ist nicht der richtige Platz für Knochen anderer Länder. Wir haben genug Material."

fba



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