Rekordverdacht November zu sonnig und viel zu trocken

Kaum Regen, viel Sonnenschein: Der November ist auf dem besten Weg, der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland zu werden. Für Skifahrer ist die Wetterlage allerdings kein Grund zur Freude.
Spaziergänger in Schwaben: Novemberwetter ist in weiten Teilen des Landes sehr mild

Spaziergänger in Schwaben: Novemberwetter ist in weiten Teilen des Landes sehr mild

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

Offenbach - Erst ein verregneter Sommer, jetzt ein ungewöhnlich trockener Herbst: Selten war es im November so sonnig und regenarm wie in diesem Jahr. Bislang seien seit Monatsbeginn deutschlandweit im Durchschnitt 0,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, sagte der zuständige Meteorologe für Klimaüberwachung in Deutschland beim Deutschen Wetterdienst (DWD), Gerhard Müller-Westermeier. Normalerweise fielen im November rund 66 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - in Form von Regen oder Schnee.

Zudem hat sich ungewöhnlich oft die Sonne gezeigt: "Wenn nichts Außergewöhnliches mehr passiert, wird es nach 1989 der zweitsonnigste November seit Beginn der Aufzeichnungen", sagte Müller-Westermeier. Bei der aktuellen Wetterlage sei davon auszugehen, dass die Sonne etwa 85 Stunden scheinen werde. Normal seien für November 53 Stunden. Der trockenste November sei bislang im Jahr 1920 registriert worden, mit im Durchschnitt rund zehn Litern Regen pro Quadratmeter.

Kein Schnee in mittleren Höhenlagen

Mit den geringen Niederschlägen haben auch die Skigebiete in Deutschland zu kämpfen. In den mittleren Höhenlagen gibt es den Angaben zufolge aktuell keinen Schnee. Nur auf der Zugspitze liegen etwa 20 Zentimeter. Weniger Schnee habe es zu diesem Zeitpunkt zuletzt 1983 gegeben, sagte Müller-Westermeier. Damals lagen auf der Zugspitze sieben Zentimeter.

Auch im September und Oktober war die Niederschlagsmenge dieses Jahr etwas niedriger als im langjährigen Jahresmittel. Die Flüsse in Deutschland führen deshalb weniger Wasser als sonst. Mit 56 Zentimetern fiel der Pegel am Mittelrhein bei Kaub am Dienstag auf einen neuen Jahrestiefststand, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen mitteilte. In Dresden lag der Elbe-Pegel nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Dienstag bei 84 Zentimetern. Einen vergleichbaren Tiefstwert erreichte die Elbe in Dresden zuletzt 2003. Damals lag der Pegel bei 81 Zentimetern.

Für das kommende Wochenende erwarten die Meteorologen allerdings etwas Regen.

wbr/dapd