Zufallsfang Fischern geht seltener Riesenhai ins Netz

Er ist 6,3 Meter lang: Australische Fischer haben einen Riesenhai als Beifang aus dem Meer gezogen. Das seltene Tier soll jetzt in einem Museum untersucht und nachgebaut werden.


Australische Fischer haben vor der Südostküste des Landes einen seltenen Riesenhai gefangen. Der 6,3 Meter lange Fisch ging einem Trawler in der Bass-Straße, einer Meerenge zwischen Australien und Tasmanien, als Beifang ins Netz und wurde dem Victoria-Museum in Melbourne übergeben.

Der außergewöhnliche Fund biete eine seltene Möglichkeit, Wissenslücken zu schließen, um die Forschung im Bereich des Artenschutzes und der Biologie voranzutreiben, sagte der Leiter der Fischkunde-Abteilung des Museums, Martin Gomon.

Lebensgroßes Modell in Planung

Institute in aller Welt interessieren sich nach Angaben des Museums für den Fund und baten bereits um Gewebeproben des Riesenhais. Die Forscher des Victoria-Museums wollen anhand des gefangenen Tieres ein lebensgroßes Modell bauen.

Riesenhaie gelten nach dem Walhai als zweitgrößte Fischart der Welt und kommen nur sehr selten in den Gewässern der südlichen Hemisphäre vor. Sie werden bis zu zehn Meter lang, einzelne Quellen berichten auch von zwölf Metern. Anders als viele andere Haie verfügen sie über sehr kleine Zähne. Sie ernähren sich von Plankton und Quallen, die sie in ihr riesiges Maul saugen.

Eier werden im Mutterleib ausgebrütet

Zudem nutzt die Art eine vergleichsweise ungewöhnliche Art der Fortpflanzung: Sie legt weder Eier, noch wächst das Jungtier wie etwa beim Menschen in der Fruchtblase heran. Stattdessen brüten die Weibchen Eier im Mutterleib aus, das Jungtier schlüpft noch dort und wird anschließend geboren.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion sind Riesenhaie als gefährdet eingestuft. Sie werden gejagt und landen immer wieder, wie auch jetzt, als Beifang in Fischernetzen. Ähnlich wie weiße Haie werden Riesenhaie erst spät geschlechtsreif. Schätzungen zufolge dauert es zudem ein Jahr, bis die Jungen geboren werden. Daher fällt es der Art schwer, den Verlust von Artgenossen auszugleichen.

jme/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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aschu0959 24.06.2015
1. Die Meere
sind ja noch nicht ausgeplündert genug.... Jetzt wird schon der Beifang vermarktet (auch wenns nur fürs Museum und die Presse ist).
hubert heiser 24.06.2015
2.
Zitat von aschu0959sind ja noch nicht ausgeplündert genug.... Jetzt wird schon der Beifang vermarktet (auch wenns nur fürs Museum und die Presse ist).
Ist es Ihrer Ansicht nach besser, wenn der Beifang tot und ungenutzt ins Meer geworfen wird, wie es die heute übliche Praxis ist?
hermes69 24.06.2015
3.
Dann können sich die Sensationsgeier ja im Museum die Nase platt drücken. Danach noch schön in den Circus und Tiger und Elefanten begaffen und alle haben Ihren Spaß. Wir sind eine so tolle Spezies.
barlog 24.06.2015
4.
@hubert heiser Am besten wäre, den Beifang lebend und ungenutzt ins Meer zu werfen.
bafibo 24.06.2015
5. eine vergleichsweise ungewöhnliche Art der Fortpflanzung?
Die gibt es bei einer ganzen Reihe von Haiarten. Zudem ernähren sich die geschlüpften Jungtiere vor der eigentlichen Geburt noch von ihren kleineren/schwächeren Geschwistern, so daß von zehn oder zwölf Embryonen am Ende nur zwei oder drei übrigbleiben, die tatsächlich geboren werden.
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