Riesenkadaver Toter Pottwal in Hamburg gefunden

In der Elbe ist ein toter Wal entdeckt worden. Bei dem acht Meter langen Meeressäuger handelt es sich um einen Pottwal - was äußerst ungewöhnlich ist. Vermutlich hat ein Schiff den Wal gerammt und ihn die Elbe hinunter bis nach Hamburg getragen.


Hamburg - Der Kadaver wurde am Mittwochabend gefunden und zu einem Revier der Wasserschutzpolizei geschleppt. Es handelt sich um einen acht Meter langen Pottwal, wie die Polizei und Umweltschützer mitteilten. Der tote Meeressäuger sei acht Meter lang - was vermuten lässt, dass es sich um ein Jungtier handelt. Ausgewachsene männliche Pottwale können knapp 20 Meter lang werden.

Das Tier sei mit einer Barkasse zum Revier der Wasserschutzpolizei in Waltershof geschleppt und dort an einem Ponton vertäut worden, hieß es weiter. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace war der Wal offenbar mit einem Schiff kollidiert und auf die Bugnase geraten. "Farbreste an dem Kadaver deuten darauf hin, dass das Tier dort liegen blieb und die Elbe heruntergeschleppt wurde", sagte Meeresbiologe Thilo Maack. Die Bugnase ist ein wulstförmiger Vorbau am Schiffsrumpf. Sie erhöht durch ihr Volumen den Auftrieb des Schiffes.

Nach Angaben der Umweltstiftung WWF passiert es ausgesprochen selten, dass ein so großer Wal in die Elbe gelangt. Der Wal habe sich vermutlich doppelt verirrt, sagte ein Sprecher. "Er ist offenbar aus dem Atlantik in die Nordsee geraten und von dort in die Elbe." Häufig verirrten sich große Wale durch Lärmbelästigungen, die in den Meeren durch Bohrungen oder große Schiffe ausgelöst würden. "Pottwal-Strandungen in der Elbe sind mir bisher nicht bekannt."

Ein ähnlich großer Wal wie der Pottwal war zuletzt im Oktober 2003 im Hamburger Hafen geborgen worden. Der zwölf Meter lange und 13,6 Tonnen schwere Finnwal war damals an den Verletzungen durch eine Schiffsschraube gestorben.

Auch danach haben sich immer wieder Wale in die flachen Küstengewässer von Nord- und Ostsee verirrt und den Weg in den offenen Ozean nicht mehr gefunden. So wurde im März dieses Jahresund im August 2006 ein Finnwal in der Flensburger Fördegesichtet. Im September vergangenen Jahres trieb in der Außenelbe bei Cuxhaven ein toter Finnwal. Im Januar 2006 kam es in London zu einer dramatischen Rettungsaktion für einen Entenwal, der sich in die Themse verirrt hatte und bis in die Londoner City geschwommen war. Das Tier verendete jedoch auf einem Schiff, das ihn ins Meer zurückbringen sollte.

mbe/AP/dpa



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