Küste von Cornwall Taucher fotografieren Riesenqualle

Vor der britischen Küste haben Taucher eine riesige Lungenqualle fotografiert. Die Tiere sind faszinierend - und angenehm ungefährlich.

Taucherin Daly mit Lungenqualle
Dan Abbott / action press

Taucherin Daly mit Lungenqualle


Man kann sich vor wirklich vielem fürchten. Im Netz finden sich lange Listen mit den Fachbegriffen für die verschiedensten Phobien. Für die Angst vor Quallen haben wir auf die Schnelle keine spezielle Bezeichnung gefunden. Vielleicht ist sie ein Sonderfall der Zoophobie, der Angst vor Tieren, oder aber der Thalassophobie, der Angst vor dem Meer. In jedem Fall dürfte es durchaus Menschen geben, denen angesichts dieses Bildes mulmig wird. Immerhin ist darauf eine Qualle zu sehen, die mindestens so groß ist wie eine neben ihr schwimmende Taucherin.

Allerdings besteht kein Grund zur Beunruhigung. Denn bei dem, was da neben der britischen Journalistin Lizzie Daly im Atlantik vor der Küste von Cornwall unterwegs ist, handelt es sich um eine Lungenqualle. Und die sind, auch wenn ihre Größe womöglich anderes vermuten lässt, für Menschen nicht gefährlich. Anders verhält es sich mit Exemplaren wie der Portugiesischen Galeere, die eigentlich eine Gemeinschaft aus Hunderten oder Tausenden kleiner Polypen ist - und bei manchen Menschen einen allergischen Schock auslösen kann, der in sehr seltenen Fällen auch tödlich endet.

Gefährliches Strandgut

Die vor der Hafenstadt Falmouth fotografierte Lungenqualle ist dagegen vor allem eines: faszinierend. Zwar verfügt auch sie am Schirm über Nesselzellen, doch diese sollten für Menschen eigentlich nicht gefährlich sein, bestenfalls bei Kontakt ein leichtes Unwohlsein auslösen. Die Tiere ernähren sich von Plankton, das vor allem im Sommer in großen Mengen vorhanden ist. Daher sind sie vor allem in der Zeit von Juli bis September anzutreffen.

Die BBC-Moderatorin Daly war mit dem Unterwasserkameramann Dan Abbott im Rahmen einer Spendenkampagne unterwegs, als ihnen die Aufnahmen gelangen. In den britischen Küstengewässern gelten Lungenquallen als größte Quallenart. Die Tiere sind im nordöstlichen Atlantik und der Irischen See ebenso zu Hause wie im Mittelmeer, dem Schwarzen Meer oder der Adria. Dort hat es immer wieder auch ein massenhaftes Auftreten der Lungenquallen gegeben, eine sogenannte Quallenblüte.

Lungenquallen kann es auch in der Nord- und Ostsee geben. Urlauber dort können also die Augen aufhalten, ob ihnen etwas Ähnliches vor die Kamera schwimmt. Fürchten müssen sie sich, wie gesagt, nicht.

chs



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
permissiveactionlink 16.07.2019
1. Ich schlage die Bezeichnung
"Medusaphobie" für die Angst vor Quallen jedweder Art vor. Vor manchen, nicht nur den hochgiftigen Staatsquallen, sollte man gehörigen Respekt haben. Z.B. vor der Würfelqualle, Chironex fleckeri. Ein Kontakt mit ihr in küstennahen Gewässern endet schnell tödlich. Sie dürfte das giftigste Tier überhaupt sein. Auch die Irukandji-Qualle (Carukia barnesi) ist hochgradig giftig (nicht selten tödlich), wenngleich ihr Körper sicher nicht mehr Durchmesser besitzt als 1cm. Beide kommen in australischen Küstengewässern vor, ähnliche Arten auch in indonesischen und phlippinischen Gewässern. Glücklicherweise jedoch nicht bei uns ! Aber wer weiß, was Klimawandel und Suezkanal noch alles möglich machen. Oder einfach nur das Ballastwasser, das ein aus Australien stammender Frachter im Mittelmeer ablässt...
Sleeper_in_Metropolis 16.07.2019
2.
Zitat : " ...bestenfalls bei Kontakt ein leichtes Unwohlsein auslösen. " Naja, so komplett ungefährlich sind sie ja dann doch nicht ganz. Natürlich kein Vergleich mit Feuerquallen&Co, aber auf's streicheln sollte man vielleicht trotzdem verzichten.
K. Larname 16.07.2019
3.
Zu tierischen Phobien fällt mir noch ein, dass Ängste auch daran liegen können, wenn Organismen sehr anders sind: Keine oder zu viele Extremitäten, kein "Gesicht", keine "gewohnten" Augen usw. usf. Gibt es dafür schon eine Phobie? Die würde dann m.E. auch bei Quallen gelten. Wobei bei Quallen noch hinzukommt: Es ist zum Einen sowieso schon unangenehm, beim Schwimmen beliebige Kontakte zu spüren (Algen, Quallen, Fische). Schon undefinierte und völlig harmlose Kontakte beim Schwimmen können Angst auslösen. Bei Quallen kommt dann noch hinzu, dass man nicht einordnen kann, ob es eine harmlose Qualle oder eine "Feuerqualle" ist (starkes Nesselgift). Wohlgemerkt beim Schwimmen, nicht beim Tauchen, da sind es einfach wunderschöne Tiere - sofern man nicht vor Australien taucht und Würfelquallen begegnet...
Karla Winterstein 16.07.2019
4. Das ist aber aus der Ferne ein faszinierendes Tier
Zitat von permissiveactionlink"Medusaphobie" für die Angst vor Quallen jedweder Art vor. Vor manchen, nicht nur den hochgiftigen Staatsquallen, sollte man gehörigen Respekt haben. Z.B. vor der Würfelqualle, Chironex fleckeri. Ein Kontakt mit ihr in küstennahen Gewässern endet schnell tödlich. Sie dürfte das giftigste Tier überhaupt sein. Auch die Irukandji-Qualle (Carukia barnesi) ist hochgradig giftig (nicht selten tödlich), wenngleich ihr Körper sicher nicht mehr Durchmesser besitzt als 1cm. Beide kommen in australischen Küstengewässern vor, ähnliche Arten auch in indonesischen und phlippinischen Gewässern. Glücklicherweise jedoch nicht bei uns ! Aber wer weiß, was Klimawandel und Suezkanal noch alles möglich machen. Oder einfach nur das Ballastwasser, das ein aus Australien stammender Frachter im Mittelmeer ablässt...
Sie kann sehr schnell schwimmen, und zwar bis 9 km/h, also schneller als jeder Mensch. Sie ist sehr manövrierfähig und orientiert sich auch mittels ihrer 24 Augen. Da sie auch noch völlig durchsichtig ist, besitzt sie im Wasser auch noch eine extreme Tarnung. Wie gesagt - ich möchte sie nicht persönlich im Wasser antreffen, aber das ist ein extrem faszinierendes Tier. Meines Wissens jagt(!) sie Fische und ist deshalb auf dieses extreme Gift angewiesen, damit diese sie nicht zerstören.
exHotelmanager 16.07.2019
5. Zweifel
Ich melde Zweifel daran an, dass Taucher und Qualle im richtigen Größenverhältnis stehen. Ein solches Foto gelingt mit einer 30cm Qualle und einem 10m entfernten Taucher prpblemlos. Das kräftige Licht erscheint ebenfalls nur dann möglich, wenn das Objekt klein ist.
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