Naturschutz Immergrüne Gewächse auf der Roten Liste

Rund ein Drittel der Nadelholzarten ist bedroht, berichtet die Weltnaturschutzorganisation. Bei der Aktualisierung der Roten Liste hatten die Experten ein besonderes Augenmerk auf Tannen, Kiefern und Zypressen gelegt.

DPA/ IUCN Red List

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) warnt vor rapidem Artenschwund. Fast ein Drittel der Spezies, die auf der Roten Liste stehen, sind vom Aussterben bedroht. Insgesamt haben die Forscher inzwischen 70.294 Arten erfasst. 20.034 davon werden als bedroht eingestuft. Seit der vorigen Aktualisierung haben die Wissenschaftler Informationen über 4807 Arten zusammengetragen.

Schlecht steht es um viele Nadelhölzer, meldet die IUCN. 34 Prozent der Zedern, Zypressen, Tannen und anderer Nadelbäume seien gefährdet. Beispielsweise gefährdet ein Krankheitserreger die Monterey-Kiefer. Die wegen ihres schnellen Wachstums geschätzte Art ist eigentlich weit verbreitet, doch wegen des Erregers hat die IUCN sie als bedroht eingestuft. Die im Atlas-Gebirge heimische Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) ist nicht nur durch Parasiten bedroht, sondern auch, weil die Bäume massiv abgeholzt werden.

Die aktualisierte Rote Liste zeigt: So verschiedene Arten wie Kegelschnecken, der Jangtse-Schweinswal und eine Schweineart namens Weißbartpekari sind in ihrem Bestand gefährlich geschrumpft.

Erstmals wurden in der Roten Liste auch die Bestände von Süßwassergarnelen weltweit erfasst. Von ihnen gelten 28 Prozent als vom Aussterben bedroht. Zehn Prozent werden als Lebensmittel verkauft, darunter vor allem Rosenberggarnelen (Macrobrachium rosenbergii), die eine wichtige Rolle in der Süßwassernahrungskette spielen.

Alarmierendes Gesamtbild

"Das Gesamtbild ist alarmierend", erklärte die IUCN-Direktorin der Abteilung Artenvielfalt, Jane Smart, in einer Mitteilung. "Wir müssen dieses Wissen voll ausschöpfen, um die Naturschutzbemühungen möglichst gezielt und effizient anzugehen", sagte sie mit Blick auf die Rote Liste. Angesichts dezimierter Bestände sprach Smart von einer "Aussterbenskrise", die das gesamte Erdenleben betreffe.

Die Naturschutzexperten nannten jedoch auch positive Entwicklungen. So hätten sich die Bestände von Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) in den US-Bundesstaaten Oregon und Kalifornien wieder erholt. Unter anderem sei dies durch das Pflanzen von besonders krankheitsresistenten Exemplaren gelungen. Wenn die Schutzbemühungen nicht abreißen, könne die Art in zehn Jahren wieder als "nicht gefährdet" eingestuft werden.

Für andere Spezies ist es dagegen zu spät: Knapp 800 Arten listet die IUCN als ausgestorben auf, etwa den Wüstenkärpfling Cyprinodon arcuatus und eine als Kapverdischer Riesenskink bekannte Echse (Chioninia coctei).

wbr/dpa



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