Rotes Meer Neue Insel trotzt den Fluten

Vor einem Monat erhob sich eine neue Vulkaninsel aus dem Roten Meer. Jetzt hat sich die Aschewolke verzogen, der Blick auf den neuesten Ort der Erde ist frei: Das Eiland hält den Fluten stand - und hat wohl eine lange Geschichte vor sich.

NASA

Hamburg - Der neueste Flecken der Erde behauptet sich gegen die Fluten des Ozeans. Kurz vor Weihnachten hatte ein Unterwasservulkan im Roten Meer eine Insel ausgespuckt. Jetzt hat sich die Aschewolke über dem Eiland verzogen, der Blick vom All aus ist frei. Ein Satellitenfoto der US-Weltraumbehörde Nasa zeigt, dass die Insel Bestand hat - damit dürfte allmählich ein Name für das Neuland fällig sein.

Nach Angaben des Vulkan-Informationszentrums "Smithsonian Global Volcanism Program" misst die Insel 600 mal 800 Meter. Sie gehört mit weiteren neun Vulkaninseln zum Zubair-Archipel, das rund 50 Kilometer vor der Südwestküste des Jemen liegt. Nachbarn sind die Haycock-Insel und die Rugged-Insel.

Der gut 20 Kilometer breite Sockel des Vulkans liegt in etwa hundert Meter Wassertiefe auf einer Erdspalte am Meeresgrund. Entlang der Spalte bricht der Meeresgrund auf, Lava dringt hervor. Tausende Vulkane ragen über den Meeresgrund, aber nur wenige Feuerberge schaffen es über den Meeresspiegel.

Jahrtausende überdauert

Die Lava am Meeresgrund und auf den Inseln härtet schließlich zu frischer Erdkruste, sie schiebt den Untergrund nach beiden Seiten von sich weg - die Ufer von Arabien und Afrika entfernen sich jeden Monat etwa einen Millimeter weiter voneinander. Die Gegend gehört zur größten Baustelle des Planeten - auch Richtung Süden öffnet sich die Erde; entlang eines 6000 Kilometer langen Risses bricht Afrika entzwei.

Ob die neue Insel tatsächlich auf Dauer bestehen wird, ist freilich unklar. Das Ende vieler Vulkaninseln ist besiegelt, sobald die Ausbrüche aufhören. Der Magma-Nachschub bricht ab, die Insel wird vom Ozean ausgewaschen. Das Lavagestein des Archipels scheint allerdings in vielen Fällen robust, sonst hätten seine Inseln nicht Jahrtausende überdauert. Demnach bestehen gute Chancen, dass der neueste Ort der Erde eine lange Geschichte vor sich hat. Noch gibt es indes keine Berichte darüber, dass die Insel besiedelt werden sollen.

boj

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