Vom Aussterben bedrohte Art Hunderte tote Kaspische Robben in Russland gefunden

Im Nordkaukasus sind bis zu 700 tote Robben einer besonders geschützten Art gefunden worden. Die Ursache ist unklar – ein vergangener, ähnlicher Fall könnte aber Hinweise geben.
Ein Foto aus dem Jahr 2020: Bereits damals wurden Hunderte tote Kaspische Robben in Machatschkala an Land gespült

Ein Foto aus dem Jahr 2020: Bereits damals wurden Hunderte tote Kaspische Robben in Machatschkala an Land gespült

Foto: HANDOUT / AFP

Am Kaspischen Meer in der russischen Teilrepublik Dagestan sind Hunderte tote Robben an Land gespült worden. Die russischen Behörden informierten am Samstag über den Fund von 650 bis 700 Tierkadavern in der Hauptstadt Machatschkala und veröffentlichten auf der Plattform Telegram Videos dazu.

Die Kaspische Robbe gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten und steht unter besonderem Schutz. Ihr Bestand ist in den vergangenen hundert Jahren laut Tierschützern um rund 90 Prozent zurückgegangen – auch wegen der zunehmenden Verschmutzung des Kaspischen Meeres, wo etwa Öl gefördert wird. Viele Tiere sterben nach Angaben von Experten durch Öllecks, Wilderei und Überfischung.

Die Ursache für den Tod der nun an Land gespülten Tiere war zunächst unklar. Die Untersuchungen liefen, hieß es. Die lokalen Behörden im Nordkaukasus erinnerten auf Telegram aber daran, dass es zuletzt im November 2020 zu einem Massensterben von Robben im Kaspischen Meer gekommen war. Damals seien mehr als 300 tote Tiere gefunden worden, hieß es.

Erinnerungen an das Massensterben von Kaspischen Robben 2020

Als wahrscheinlichste Todesursache hätten Wissenschaftler damals eine »Freisetzung von Erdgas« angesehen, schrieben die Behörden weiter. Sie wiesen darauf hin, dass im Kaspischen Meer unter anderem Schlammvulkane Gase und Erdöl freisetzen. Schlammvulkane entstehen, wenn sich wassergesättigtes Sediment im Untergrund in großer Tiefe erhitzt, aufsteigt und aus Erhebungen – meist im Meeresboden – hervorquillt. Bohrungen nach Erdöl oder Erdgas können diese Aktivitäten wahrscheinlich verstärken. Dazu äußerten sich russischen Behörden nicht.

Die Behörden schrieben aber, dass freigesetztes Erdgas im Fall der toten Robben 2020 einen Sauerstoffmangel im Blut der Tiere verursacht haben könnte. Dieser könnte schließlich zu einer Lähmung des Atemzentrums und zum Tod der Tiere geführt haben, so eine Vermutung.

Im aktuellen Fall stehe die Klärung aber noch auch, denkbar seien »natürliche, parasitologische oder andere Gründe«.

kko/dpa
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